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Wildtierrettung per Drohne in Balve

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Von: Julius Kolossa

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Die Drohne des Hegerings Balve ist unter anderem mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Stephan Honert (links) und Markus Grothe steuern das Gerät.
Die Drohne des Hegerings Balve ist unter anderem mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Stephan Honert (links) und Markus Grothe steuern das Gerät. © Kolossa, Julius

Der Hegering Balve hat 6500 Euro in die Jungwildrettung investiert: Es wurde eine Drohne mit Wärmebildkamera und Zoomfunktion angeschafft, mit der Felder und Wiesen vor dem Abmähen nach jungen Rehen, Hasen, Fasanen und auch Rebhühnern abgesucht werden.

Hegering-Vorsitzender Stephan Honert und sein Stellvertreter Markus Grothe stellte die Neuanschaffung jetzt vor: „Ab sofort ist eine deutlich schnellere Suche nach den Tieren als mit der bisherigen Methode möglich.“ Bislang suchten immer vier Personen ein Feld zu Fuß ab, da brauchten wir für einen Hektar etwa 90 Minuten. „Die Drohne hat diese Fläche in drei Minuten abgesucht“, sagte Honert.

Eingesetzt wird die Drohne kurz nach Sonnenaufgang, wenn sich die Tiere mit ihrer Körperwärme von der kühlen Wiese im Wärmebildsucher abheben. „Dann wird das Kitz mit Einweghandschuhen und viel Gras in einen Karton gepackt und außerhalb der Wiese abgestellt. Nachdem gemäht wurde, wird das Tier wieder dahin gebracht, wo es gefunden wurde.“

Anschaffung wird subventioniert

Stephan Honert berichtete, dass die Anschaffung der Drohne durch das Bundeslandwirtschaftsministerium mit 4000 Euro subventioniert und damit erst ermöglicht wurde. „Die restliche Summe wird vom Hegering Balve getragen.“ Mit der Anschaffung war es allerdings nicht getan, denn Honert und Grothe absolvierten noch einen Führerschein für die Handhabung dieser Drohne, die in maximal 120 Meter Höhe fliegt und deren Akku für 30 Minuten reicht.

„Wir kommen in Absprache mit den Landwirten und den Pächtern der Jagdreviere, die dort zuständig sind, zum Einsatz und suchen mit der Drohne das Feld ab“, erläuterte Honert die Vorgehensweise. „Los geht es mit dem jetzt bevorstehenden Beginn der Mähsaison, wenn zeitgleich die Brut- und Setzzeit startet.“ Auf diese Weise sollen die so genannten „Mähverluste“ gering gehalten werden.

Drohne spürt Wärmequellen auf

Dass diese Drohne auch tatsächlich solche Wärmequellen aufspüren kann, wurde am Mittwoch auf einer Wiese demonstriert, als nach einer abgelegten Flasche gesucht wurde, die mit warmem Wasser gefüllt war. Schnell war diese Flasche gefunden. „Wärmequellen sind am Tag bedeutend zahlreicher“, betonte Stephan Honert, dass solche Drohneneinsätze bevorzugt am frühen Morgen erfolgen.

Der Einsatz erfolgt ehrenamtlich, wird vom Hegering für die Landwirte und Jagdpächter kostenfrei vorgenommen. Spenden sind allerdings möglich, denn dem Hegering entstehen Kosten für die Wartung der Ausrüstung. Diese werden nicht durch den Bund übernommen.

Bitte an die Balver

Eine Bitte an die Balver haben die Hegeringleiter mit Beginn der Brut- und Setzzeit noch: „Bitte die Hunde beim Waldspaziergang anleinen! Auch bei einem noch so kleinen oder noch so gut erzogenen Hund ist der Jagdtrieb vorhanden, der sich gegenüber den wehrlosen Jungtieren zeigt. Wir haben schon so manche von Hunden gerissenen Tiere gesehen – solch ein Tierleid muss vermieden werden.“

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