„Wie genau hier alles nachgebildet ist“

Hunderte Besucher besichtigen in diesem Jahr zum zweiten Mal zwischen den Feiertagen die große Modellbahnausstellung im Güterschuppen des Binoler Bahnhofes. Die Eisenbahnfreunde Hönnetal haben dort mehr als 140 Meter Gleise verlegt. -  Foto: Kolossa

BINOLEN - Ein ICE braucht von Neuenrade bis nach Binolen nur drei Minuten – davon überzeugten sich im Güterschuppen vom Binoler Bahnhof von Freitag bis Sonntag mehr als 450 große und kleine Eisenbahnfans. Die Fahrt des modernen Zuges wird von den Modellbahnern der Eisenbahnfreunde Hönnetal ermöglicht, die dafür ihre HO-Anlage (Maßstab 1:87) zum zweiten Mal in Folge zwischen den Feiertagen aufgebaut haben.

Von Julius Kolossa

Mehr als 140 Meter Gleise sind verlegt worden, 44 Meter lang sind die 44 Module, aus denen die Modellbahnanlage besteht. Mindestens zehn Züge, von der Dampflok über den Schienenbus, den Regionalexpress bis hin zu modernen Versionen sind gleichzeitig im Einsatz auf der Strecke, die alle Haltestellen von Binolen bis Neuenrade nachbildet.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Szenen: Wanderer, Kajakfahrer, Arbeiten und Fahrzeuge im Miniformat sind zu entdecken. „Das Känguru ist aber nicht mehr da“, erklärte Landschaftsgestalter Alfons Blumenkamp. „Im vergangenen Jahr hat es noch in der Helle die Post ausgetragen – wer weiß, wo es heute tätig ist.“ Er betonte: „Eine Anlage lebt von Veränderungen.“

Deshalb wurde in Neuenrade ein neues Haus aufgebaut und eine Halle eingedeckt. Den Dachdeckern kann noch bei der Arbeit zugesehen werden. Woanders sind Brückenbauarbeiter im Einsatz, am Banhnhof Balve finden Be- und Entladearbeiten statt, und ganz viel Aktion ist in Binolen. „Achte auf die Kleinigkeiten“, sagte ein Vater zu seinem Sohn. Bäume, Menschen, Fahrzeuge und beleuchtete Häuser: „Wie genau hier alles nachgebildet ist.“ Sogar Fahrspuren eines Treckers sind zu sehen.

Hunderte Besucher im Bahnhof Binolen

Etwa 25 Jahre alt sind manche Teile, so dass die Modellbahner immer mit Reparaturen rechnen. Ludger Moog, Elektrik-Fachmann, weiß um die Tücken der Technik. Er, Blumenkamp, Gerd Hume und Daniel Friedrich sind Teil derjenigen, die seit 1988 an der Anlage bauen. Alle Modelle sind Einzelstücke, für jedes wurde vor Ort und bei Behörden recherchiert.

Den Wert dieser Modellbahnanlage schätzt Moog auf mehr als 50 000 Euro. Immer wieder sind die Mitglieder der Modellbaugruppe auf der Suche nach neuen Teilen. Ideen haben sie genug, wie Blumenkamp erzählt: „Zur Zeit arbeite ich an der Unterführung in Frühlinghausen, die im Rohbau zu sehen ist, und eine weitere Vision ist der Uhu-Tunnel.“ Montag ist die Anlage noch einmal zwischen 13 und 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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