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Widerstand aus Balve gegen Regionalplanung

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Von: Julius Kolossa

Georg Wortmann ist Ortsvorsteher in Beckum.
Georg Wortmann ist Ortsvorsteher in Beckum. © Kolossa, Julius

Finden im momentan stillgelegten Steinbruch in Beckum bald wieder Arbeiten statt? Der neue Regionalplanentwurf des Regierungsbezirks Arnsberg für den Märkischen Kreis sieht diese Option zumindest vor.

Deshalb möchte Beckums Ortsvorsteher Georg Wortmann Interessierte über die Details des Entwurfs informieren.

Bekanntlich plant Kalkproduzent Lhoist für sein Werk im Hönnetal eine Erweiterung des Steinbruchbetriebs, möchte so den Standort für weitere Jahrzehnte sichern. Möglichst 80 Hektar zusätzlich sollen es ab 2023 werden. Das Unternehmen bevorzugt das „Beil“ in Eisborn wegen der guten Qualität des dort liegenden Kalksteins – doch der Naturschutz spricht dagegen, sodass der Regionalplanentwurf Lhoist einen Strich durch die vorgelegten Planungen gemacht hat. Stattdessen sieht der Entwurf allerdings Erweiterungsflächen in Richtung der Familie Schulte-Horst vor sowie Abgrabungen im seit Jahren stillgelegten Steinbruch in Beckum.

Unternehmen kauft Flächen auf

Im Beckumer Feld habe Lhoist in den vergangenen Jahren bereits viele Flächen aufgekauft, sodass der dortigen Erweiterung nichts im Wege stehen würde. Dies teilte Georg Wortmann bereits vor einiger Zeit der Redaktion in einem Gespräch mit. „Auch im alten, jetzt noch gültigen Regionalplan sind Reserveflächen im Beckumer Steinbruch für eine Erweiterung ausgewiesen“, so Wortmann.

Um sein Dorf auf dem Laufenden zu halten, möchte Wortmann am Sonntag, 20. Juni, über den Regionalplanentwurf informieren. Von 10 bis 15 Uhr wird er mit einem Infostand am Osterberg zu finden sein. Auf dieser Fläche wird sonst das Osterfeuer abgebrannt. Noch bis 30. Juni können Einwendungen gegen den neuen Regionalplanentwurf erhoben werden. Besucher werden gebeten, maximal in Kleingruppen zu kommen und eine Schutzmaske zu tragen.

Auch der Naturhistorische Verein leistet Widerstand

„Jetzt ist die Zeit für Gegenwind“, meint auch der Naturhistorische Verein Hönnetal (NHV) mit Blick auf den Regionalplanentwurf. Der Vereinsvorstand hat deshalb eine Vorlage für Einwendungen erstellt, die Interessierte an die Bezirksregierung schicken können. NHV-Geschäftsführer Adalbert Allhoff-Cramer sagt: „Es geht schließlich um die Zukunft des Hönnetals, unserer Heimat!“

Allhoff-Cramer lobt die Stellungnahme der Stadt Balve zum Regionalplanentwurf, die vom NHV unterstützt werde. Auch die Stadt sieht eine mögliche Steinbrucherweiterung im Hönnetal kritisch. Letztendlich reiche es aber nicht aus, den Kalkabbau auf dem jetzigen Stand einzufrieren, wie es die Stadt darstelle. Allhoff-Cramer: „Mehr als 100 Jahre Kalkabbau im Hönnetal haben massivste Spuren in der Landschaft hinterlassen. Diese Zerstörungen unserer wertvollen Kulturlandschaft sind nicht heilbar. Die Rede von der ,Renaturierung’ ist ein leeres Versprechen, eine Beruhigungspille.“ Deshalb fordere sein Verein das Ende des Kalkabbaus.

NHV will auf nachhaltige Entwicklung setzen

Ziel müsse es sein, dass das Hönnetal in der Nachbarschaft zur Metropol-Region Ruhrgebiet auf nachhaltige Entwicklung statt auf Rohstoffausbeutung setze. „Das hohle Argument der Arbeitsplatzsicherung zieht nicht: Irgendwann ist die Ausbeutung ohnehin abgeschlossen, dann sind auch die Arbeitsplätze weg. Und das Hönnetal wäre ein riesiger Steinbruch. Das kann doch nicht die Zukunftsperspektive sein für unsere Heimat!“

Die Vorlage des NHV für Einwendungen gegen den Regionalplan ist online unter nhv-hoennetal.de zu finden.

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