50 Teilnehmer erkunden Eisborn beim Schnadegang der Stadt Balve

Immer wieder konnten die Teilnehmer des jüngsten Balver Schnadegangs feststellen, welch schöne Aussichten Eisborn und Umgebung dem aufmerksamen Betrachter bieten.

EISBORN ▪ Der nördlichste Punkt der Stadt Balve und die „Blaue Lagune“ waren nur zwei Punkte, die beim Schnadegang der Stadt Balve – am Samstag ausgerichtet von Eisborn – angegangen wurden. Von Julius Kolossa

Unter der Leitung von Ortsvorsteher Martin Danne machten sich 50 Teilnehmer, darunter Bürgermeister Hubertus Mühling, auf die 8,5 Kilometer lange Strecke. Jüngster Teilnehmer war Tobias Liermann (4) aus Haan, der bei seinen Großeltern Karl und Roswitha Spiekermann Urlaub machte, ältester war Franz-Josef Spiekermann (76).

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Schnadegang in Eisborn

Danne hatte die Strecke ausgearbeitet, unterstützt von Hubert Peters. Erstes von neun Zwischenzielen war der Sportplatz. Jede Mannschaft, die auf das Tor spielt, aus dem das Dorf gesehen werden kann, befindet sich auf Holzener Gebiet und damit im Hochsauerlandkreis. Noch weiter in den benachbarten Kreis hinein ging es über die Straße zum Dreiländereck, wo sich Eisborn, Asbeck und Holzen treffen. Auch hier gab es wieder eine lohnende Aussicht. Über die Schmiede informierte Maria Brinkschulte. Erbaut wurde das Haus laut Gutachten zwischen 1750 und 1780 gegenüber dem Sportplatz, wo einst der Gerichtsplatz war und das Spritzenhaus stand.

Der höchste Punkt Eisborn auf 398 Meter Höhe ist der „dicke Baum“, eine vom Sturm Kyrill umgerissene, etwa 400 Jahre alte Buche mit einem Stammumfang von 4,50 Meter. Dieses einstige Wahrzeichen war schon von weitem zu sehen, und früher ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen. Heute wächst dort eine Eiche. Über den anliegenden Hochbehälter, der über freies Gefälle die Wasserversorgung sichert, berichtete Bürgermeister Mühling.

Es war ein Schnadegang, der alle Sinne ansprach: Hören, sehen, verstehen und bewegen, denn durch den Wald ging es hinunter zum Heiligenhäuschen, welches nach einem Gelübde für eine überstandene Krankheit errichtet worden war.

„Heimatgeschichte ist mein Hobby“, erzählte Danne, der seine Zuhörer begeisterte. Jeder weiß etwas, doch ab Samstag wusste jeder wieder etwas mehr – so auch bei der Vogelstange, wo Eberhard Peters über die alten Zeiten erzählte, als der Vogel auf einer Stange auf dem Sportplatz gesetzt und mit Salven abgeschossen wurde. Die seit 1967 an jetziger Stelle aufgebaute Vogelstange hat bis auf den Namen mit der früheren nichts mehr gemeinsam, denn der Kugelfang und die gesamte Anlage muss stets den neuesten Auflagen entsprechen.

Und weil alles eine Geschichte hat, verwies Danne auf das Kreuz, das am Wegesrand steht. Dieses wurde aufgestellt, weil einst bei einer Hochzeit die Braut an dieser Stelle tödlich verunglückt sei.

So wenig Asphalt wie möglich, dafür mehr Waldwege gingen die Schnadegänger auch bis zur „Blauen Lagune“. Hubert Peters gab Einblicke in den Klärteich auf dem Rheinkalk-Gelände: „Sie ist so groß wie 13 Sportplätze.“ Imposant ist der Anblick, und ein schöner Ort für eine Rast.

Gestärkt ging es weiter zum „Flachsteich“, zur „Deichgrafenhütte“ und in Eisborn an einem Bussardnest in einer Schwarzkiefer vorbei. Auch wenn sich der oder die Bewohner nicht aus ihrem Horst trauten oder vielleicht ausgeflogen waren, war dieser große Bau hoch oben im Baum eine interessante Entdeckung.

Eine warme Suppe gab es nach der dreistündigen Wanderung durch Eisborn, das sich auch beim Schnadegang als würdiger Ausrichter erwies, und viel Lob für Danne.

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