Weiße Flocken sind Fluch und Segen zugleich

Das Schneetreiben machte diesem Trio in der Drostengasse anscheinend gar nichts aus. ▪

BALVE ▪ In einem waren sich so ziemlich alle Beteiligten sicher: So viel Schnee hatte es beim Balver Weihnachtsmarkt noch nie gegeben, und dies war nun schon die 23. Auflage der beliebten Veranstaltung in der Adventszeit. Ob das Winterwetter den Standbetreibern und Einzelhändler eher zum Vor- oder eher zum Nachteil gereichte, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander.

Fakt war allerdings, dass einige angemeldete Standbetreiber vor dem heftigen Schneefall am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag kapituliert hatten und damit den Ärger des Balver Fachhandels auf sich gezogen hatten. Über eine Absage war Rolf Biggemann, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, besonders erbost. „Da geben wir denen schon seit Jahren einen der besten Standplätze, und dann teilen die uns kurzerhand am Morgen mit, dass ihren Stand bei diesem Wetter nicht aufbauen wollen“, schimpfte er über einen Balver Kegelclub. Biggemann: „So etwas ist doch geschäftsschädigend für die anderen!“

Mehr Bilder vom Weihnachtsmarkt in Balve

23. Balver Weihnachtsmarkt

Auch auswärtige Anbieter hatten angesichts der Wetterverhältnisse den Weg nach Balve gar nicht erst angetreten. Darunter waren die angekündigten Gäste aus der niederländischen Partnerstadt Heerde.

Viel Einsatz hatte dagegen am Morgen der Schausteller Hartmut Langhoff aus Plettenberg gezeigt, der den Weihnachtsmarkt mit einem Nostalgiekarussell bestückte. Als sein Zugfahrzeug den steilen Anstieg nach Affeln nicht schaffte, versuchte er es einfach mit einem weiteren Fahrzeug und kam schließlich pünktlich in Balve an. Auch einige Händler von auswärts trotzten dem Winterwetter. „Der eine oder andere ist eine Stunde früher losgefahren, um pünktlich hier zu sein“, wusste Rolf Biggemann.

Mit der Besucherresonanz war der Fachhandel-Vorsitzende trotz der extremen Witterungslage noch zufrieden. „Vielleicht sind nicht ganz so viele Menschen kommen wie sonst, aber damit kann man zufrieden sein“, so Biggemann.

Wer sich aufgemacht hatte in die Innenstadt, kam mit festem und warmen Schuhwerk am besten voran. Je mehr Besucher das Veranstaltungsgebiet bevölkerten, desto mehr verwandelte sich der Untergrund in eine rutschige Fläche voller Schneematsch. Da griff der eine oder andere Standbetreiber dann auch mal zum Schneeschieber, um zumindest die paar Meter vor seinem Stand freizuräumen. Andere hatten eher damit zu kämpfen, dass die unaufhörlich rieselnden weißen Flocken eine zunehmende Belastung für die oftmals in leichter Bauweise errichteten Buden war. Sie beförderten den Schnee regelmäßig vom Dach auf die Straße.

Doch es gab auch Bereiche, in denen trotz, oder gerade wegen des Schneefalls so richtig romantische Stimmung aufkam. Dazu zählte zweifellos die kleine Gasse zwischen Hauptstraße und Drostenplatz. Die stimmungsvoll beleuchteten Holzbuden leisteten hier einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Besucher wohlfühlten. ▪ vg

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare