Katholische Kirche

Laien müssen mehr leisten

Sebastian Keil, hier mit Diakon Gerd Eisenberg (links), ist einer der Ehrenamtlichen, die im Pastoralverbund Wort-Gottesd-feiern abhalten dürfen.
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Sebastian Keil, hier mit Diakon Gerd Eisenberg (links), ist einer der Ehrenamtlichen, die im Pastoralverbund Wort-Gottesd-feiern abhalten dürfen.

Balve – Im Erzbistum Paderborn darf in sonntäglichen Wort-Gottes-Feiern künftig auch die heilige Kommunion durch Ehrenamtliche in den Gemeinden ausgeteilt werden. Dies erklärte jüngst Erzbischof Hans-Josef Becker beim Diözesantag. Auch die Verantwortlichen im Pastoralverbund Balve-Hönnetal wollen sich jetzt mit dieser neuen Möglichkeit beschäftigen.

Erfahrene Laien

Bisher war es so, dass das „Wort“ in diesen Feiern im Mittelpunkt stand. Im Pastoralverbund Balve-Hönnetal sind hierfür neun Frauen und Männer beauftragt worden, die in jeweils drei Wochenendseminaren entsprechend ausgebildet wurden und mittlerweile alle mehrere Jahre Erfahrung haben. In dem vom Generalvikariat des Erzbistums ausgestellten und vom Erzbischof unterschriebenen Dokument im Nachgang des Diözesantages heißt es: „Diese Beauftragung bezieht sich auf alle Pfarrgemeinden des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal. Der Dienst erfolgt in ausdrücklichem Einverständnis mit dem zuständigen Geistlichen und nach Maßgabe des kirchlichen Rechts“.

„Aktuell sind wir mit Priestern und Zelebranten sehr gut aufgestellt“, sagt Markus Hablowetz, Verwaltungsleiter des heimischen Pastoralverbundes, im Gespräch mit der Redaktion. Pfarrer Andreas Schulte leitet das Team der hauptamtlichen Mitarbeiter, zu dem die beiden Pastöre Wilhelm Grothe und Christian Naton, Pater Pius Sabu, Diakon Gerd Eisenberg, die Gemeindereferentinnen Elke Luig und Manuela Cyganek und Gemeindeassistentin Theresa Wagner gehören. „Wort-Gottes-Feiern finden statt, wenn es nicht möglich ist, sechs Messen samstags und sonntags feiern zu können“, erklärt Hablowetz. Bisher finden bis zu zehn Wort-Gottes-Feiern im Monat statt.

Besprechung im Pastoralteam

Die vom Erzbischof freigegebenen sonntägliche Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung, bei deren Ausführung auf das Vertrauen der Verantwortlichen gesetzt werde, seien in diesem Pastoralverbund deshalb noch nicht dringlich und würden erst einmal nicht veranstaltet. „Aber gleichwohl wird dieses Thema im Pastoralteam besprochen“, sagt Hablowetz. Dass die Leiter der Wort-Gottes-Feiern jetzt auch in diesen Feiern die Kommunion austeilen dürfen, was bisher nur den Messfeiern vorbehalten war, wurde von Erzbischof Becker mit der geringer werdenden Zahl der Priester vor Ort begründet. In diesem Zusammenhang fand vor einigen Jahren ein entsprechendes Modellprojekt im Marburger Raum statt. Hier seien positive Erfahrungen gemacht worden: „Ich finde nach wie vor den in Warburg gewählten Weg sehr würdig und angemessen“, wird Hans-Josef Becker zitiert.

Eine Verpflichtung zur Einführung von Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung gibt es nicht. „Mir ist wichtig, dass die feiernde Gemeinde vor Ort gestärkt wird. Aber mir ist auch wichtig, dass die Wertschätzung der heiligen Messe selbst nicht darunter leidet“, erklärt Erzbischof Becker.

Unterschiedliche Bedingungen

„Ich habe wahrgenommen, dass es insgesamt ein Interesse daran gibt, sonntags die heilige Kommunion zu empfangen, vor allem in den Pastoralen Räumen, in denen es eine größere Zahl von Kirchen und Gemeinden gibt, die nur ein oder zweimal im Monat Eucharistie feiern können“, führt Erzbischof Becker weiter aus. Die Voraussetzungen in den pastoralen Räumen seien sehr unterschiedlich. Nicht überall sei die Form praktikabel, die in Warburg gewählt wurde. „Es ist gut, wenn die Verantwortlichen in den Gemeinden vor Ort selber einen würdigen und praktikablen Umgang finden können.“

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