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Weg frei für neues Baugebiet „Schmandsack“

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Von: Julius Kolossa

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Die Ausschusssitzung fand am Dienstagabend coronabedingt in Langenholthausen in der Schützenhalle statt.
Die Ausschusssitzung fand am Dienstagabend coronabedingt in Langenholthausen in der Schützenhalle statt. © Kolossa, Julius

Es geht voran mit der Ausweisung des Baugebietes Schmandsack in Balve. Der Bauausschuss machte am Dienstagabend den Weg frei für das Projekt.

Die Mitglieder des Ausschusses „Umwelt, Stadtentwicklung, Bau“ stimmten in ihrer Sitzung am Dienstagabend in der Schützenhalle Langenholthausen mit einer Gegenstimme dafür, dem Stadtrat vorzuschlagen, den Bebauungsplanentwurf mit Begründung, Umweltbericht und Artenschutzprüfung als Satzung zu beschließen.

Scharfe Kritik gab es von Heinrich Stüeken (UWG), der als einziges Ausschussmitglied gegen den Beschlussvorschlag stimmte. „Ich bin entsetzt über diesen Eingriff mit sechs Hektar in die freie Landschaft. Solch ein Anachronismus passt nicht mehr in unsere Zeit“, schimpfte Stüeken. Vielmehr würde hier „bestes Ackerland“ bebaut, und damit derselbe Fehler wie im Gewerbegebiet Braukessiepen gemacht.

Verlagerung ein „gravierender Fehler“

Stüeken, der sich im Stadtgebiet sehr für den Umweltschutz einsetzt, wies darüber hinaus auf ein großes Artenspektrum zu schützender Tierarten wie Rotmilan und Turmfalken im Bereich Schmandsack hin. Deren Lebensräume seien mit der Bebauung bedroht. Ein weiterer „gravierender Fehler“ sei die Verlagerung des Regenrückhaltebeckens, das ohne Artenschutzprüfung vorgenommen werde. Stüeken: „Hier leben sensible Arten.“

Quartier an der Hönne: Unterstützung durch Architekturbüro

Wenn im Sommer 2022 die letzten Schüler die auslaufende Hauptschule am Krumpaul verlassen haben, soll das Gebäude abgerissen und der Bereich zum „Quartier an der Hönne“ entwickelt werden. Architektonisch begleitet werden soll dieser Prozess Büro Loth Planung + Stadtentwicklung aus Siegen. Der Ausschuss verabschiedete am Dienstag einstimmig einem entsprechenden Antrag der CDU, verbunden mit Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro zu. „Für eine begleitende Meinungsbildung“, betonte der 1. stellvertretende Fraktionsvorsitzende Matthias Jedowski. Dies bedeute nicht, dass sich damit bereits jetzt auf eines der drei Planungsbüros, die im September ihre Entwürfe für die Folgenutzung der Fläche mit Kindergarten sowie Mehrzweckgebäude mit Foyer, Mensa, VHS-Räume und Festsaal vorstellten (wir berichteten), festgelegt werde, sagte Bürgermeister Mühling (CDU) auf Nachfrage von Thomas Vogtmann (SPD). Es sei vielmehr eine „stufenweise Beauftragung“ eines Planungsbüros, um bis September 2022 das Konzept für die Inanspruchnahme von Geldern nach dem Städtebauförderungsprojekt vorlegen zu können.

All diese von ihm vorgetragenen Punkte und auch seine Gegenstimme änderten aber nichts daran, dass das Großprojekt Schmandsack mit großer Mehrheit voranschreiten kann. Alle in der Frist der öffentlichen Auslage des Bebauungsplanentwurfs eingegangenen Stellungnahmen wurden von der Stadtverwaltung bearbeitet. Ergebnis war, dass keine wesentlich in die Planung eingreifenden Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen seien. Dementsprechend sagte Matthias Streiter (CDU), der in Vertretung für den Ausschussvorsitzenden Lorenz Schnadt (UWG) diesen Ausschuss leitete: „Es wird jetzt nach der uns vorliegenden Sachlage entschieden.“

Rat unternahm ersten Anlauf schon 2007

Damit kommt Bewegung in das Projekt „Schmandsack“. Schon 2007 wollte der Rat der Stadt einen Bebauungsplan für dieses Areal aufstellen. Seinerzeit gab es Kritik an der geplanten Anbindung des Plangebiets an die Kreisstraße. Daraufhin wurden die Planunterlagen überarbeitet. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 16. März 2016 erneut die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Die sich im Eigentum der Stadt befindlichen Fläche, bei der es sich um einen Nordhang handelt, grenzt an die Straße „Am Darloh“, an den „Garbecker Kirchweg“, und den Wirtschaftsweg „Am Schran“. Nach dem Bebauungsplanentwurf ist der Bau von Einzel- und Doppelhäusern vorgesehen.

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