Garbecker Löschzugführer ist amtsmüde

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Ernst Reiner Schulte will die Führung des Löschzugs Garbeck abgeben.

Garbeck - Damit hatte bei der Freiwilligen Feuerwehr Garbeck wohl niemand gerechnet. „Ich höre als Zugführer in Garbeck auf“, teilte Ernst Reiner Schulte nach dem offiziellen Teil der Agathafeier des Löschzugs Garbeck am Sonntag den Kameraden mit.

Die Lehrgangsteilnehmer hatten ihre Urkunden erhalten, alle hatten sich wieder hingesetzt, wollten den Tag ausklingen lassen, als ihr Zugführer seine Entscheidung bekannt gab. „Nein, über Leute habe ich mich nicht geärgert“, erzählt er unserer Zeitung, und betont: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft!“ Der Grund sei vielmehr, dass bei ihm „der Dampf raus“ sei.

Gleichgültigkeit habe sich bei ihm eingeschlichen, und das seit einem Jahr. Dazu sagte er: „Die Mannschaft in Garbeck hat es nicht verdient, einen Zugführer an der Spitze zu haben, der nicht motiviert ist.“ Und wenn der Chef keine Lust mehr habe, könnten irgendwann alle demotiviert sein, ist seine Befürchtung: „Da habe ich die Notbremse gezogen.“

36 Jahre ist Ernst Reiner Schulte (53) in Garbeck Feuerwehrmann, sein Dienstgrad ist Brandoberinspektor. Seit etwa 20 Jahren ist er im Vorstand, zunächst als Schriftführer, dann als stellvertretender Zugführer, seit acht Jahren als Zugführer. Außerdem führt er die Kreisausbildung und im Garbecker Kindergarten sowie der Grundschule die Brandschutzerziehung durch. Den Vorsitz im Förderverein der Feuerwehr hat er seit der Gründung vor sechs Jahren inne. Ernst Reiner Schulte fasst sein Engagement zusammen: „Es wird mir alles zu viel.“

Während der Agathafeier erfuhr er Verständnis von den Kameraden. „Es war eine schöne Zeit“, blickt er zurück. Die Verantwortung soll jetzt auf Frank Severin übergehen, seinen bisherigen Stellvertreter. Und als neuer stellvertretender Zugführer ist Christopher Biehs im Gespräch. Nach Anhörung und Abstimmung der 46 Kameraden kann der Wechsel vollzogen werden; die Ernennungsurkunden könnten dann beim Stadtverbandstag im September vergeben werden.

„Ich bleibe beratendes Mitglied, fahre Einsätze mit, gebe Unterricht“, blickt der noch amtierende Zugführer in seine Zukunft, in der er seiner Feuerwehr weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Ausschließen kann er definitiv: „Ich gehe jetzt nicht in die Ehrenabteilung.“

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