UWG warnt vor Überflutung der Balver Innenstadt

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GARBECK – Die UWG-Fraktion im Stadtrat sieht sich in ihren Befürchtungen bestätigt, dass die Erneuerung der Hönnebrücke am Rötloh in Garbeck weitreichende negative Folgen haben könnte. Bereits im vergangenen Jahr hatte UWG-Ratsherr Heinrich Stüeken gemahnt, dass die neue Brücke die Funktion des bisherigen Exemplares nicht erfüllen könne und deshalb weiter flussabwärts mit Hochwasser gerechnet werden müsse. Von Volker Griese

Nachdem Regen und Schneeschmelze in den vergangenen Tage die Bäche und Flüsse haben anschwellen lassen, wird an der Brückenbaustelle sichtbar, was die UWG gemeint hat. Die Wassermassen setzen dem zum Schutz der Baustelle aufgeschütteten Steinwall mächtig zu – und das, obwohl der Pegelstand der Hönne am Freitagmittag gerade einmal um rund zehn Zentimeter über den mittleren Wasserstand lag. Ein richtiges Hochwasser dürfte noch weit schlimmere Folgen haben.

Für die UWG steht deshalb fest: In Garbeck muss etwas getan werden, um dem Hochwasser die Spitze zu nehmen. Der UWG-Umweltexperte Heinrich Stüeken hat auch eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie das aussehen müsste. Noch vor der neuen Rötloh-Brücke müsste nach seiner Auffassung eine Barriere aus groben Steinen aufgeschüttet werden, die die Hönne bei mittlerem Wasserstand passieren lässt, bei Hochwasser jedoch als Bremse wirkt. Dann könnten sich die Wassermassen in der vor dem Damm befindlichen Auefläche sammeln und später nach und nach abfließen. „Die Städte Balve und Menden müssen jetzt mit dem Märkischen Kreis zusammenarbeiten, um einen vernünftigen Hochwasserschutz zu bekommen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weil sowieso gerade gebaut wird“, so Stüken.

Der UWG-Politiker zeigte auch die Konsequenzen auf, die sich nach seiner Meinung ergeben, wenn jetzt nicht gehandelt wird und wenn – wie geplant – auch noch das Hönnewehr in der Nähe des Sportplatzes Am Krumpaul entfernt wird: „Dann würden die Wassermassen erst in Balve vor der Sparkasse gestaut, die ganze Innenstadt würde unter Wasser stehen.“ Das bestätigt eine Karte der Bezirksregierung, in der das festgesetzt Überschwemmungsgebiet von Balve eingezeichnet ist, genauso wie die Befürchtung der UWG, dass auch der gerade erst mit großem Aufwand modernisierte Sportplatz Am Krumpaul überflutet werden könnte.

Doch noch ist es aus Sicht der Unabhängigen Wählergemeinschaft nicht zu spät. Um schlimme Folgen abzuwenden müsse aber bald ein Lokaltermin mit einem Experten des Märkischen Kreises durchgeführt werden. Mit einem entsprechenden Antrag der UWG soll sich am Dienstag, 2. März, auch der Ausschuss „Umwelt, Planung, Bau“ der Stadt Balve befassen, der ab 18 Uhr im Rathaus tagen wird.

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