„Wann repariert Ihr denn unseren Zaun?“

Leni Ludwig präsentierte Bürgermeister Hubertus Mühling ein Foto, welches belegte, wie wacklig der Zaun am katholischen Kindergarten Antonius-Balve ist. Das Stadtoberhaupt versprach baldige Abhilfe. - Foto: Kolossa

GARBECK - „Wer ist eigentlich der König von Balve?”, wollte Leni Ludwig im Rahmen einer Sitzung des Kinderparlaments vom katholischen Kindergarten Antonius-Balve wissen. „Wie sieht sein Thron aus, und müssen die Leute bei ihm Schweine und Hühner abliefern?“

Geprägt war die baldige Erstklässlerin bei diesen Gedanken vom Mittelalterfest des Kindergartens. Dessen Leiterin Sibylle Dunker versuchte Erklärungsversuche – dann ließ sich Leni die Rufnummer vom Rathaus geben und vereinbarte einen Termin.

Gut vorbereitet waren Leni und die anderen drei Kinder, für die sich die Kindergartenzeit dem Ende zuneigt: Leon Strauß, Robin Edelhoff und Joleen Wild. Viele Fragen hatten sie an Hubertus Mühling.

Die erste kam erneut von Leni: „Wann repariert Ihr denn unseren Zaun am Kindergarten? Immer, wenn wir unsere Taschen daran hängen, wackelt der.“ Ein von ihr gemachtes Foto ließ beim Bürgermeister keine weiteren Fragen mehr aufkommen. Er versprach: „Wir werden uns ganz schnell darum kümmern.“

Im Rathaus wird nicht nur telefoniert

Und so erfuhren die Kinder, dass nicht alle Leute im Rathaus nur am Schreibtisch sitzen, mit dem Computer arbeiten und viel telefonieren. Was sie nicht wussten: Die Männer in ihren auffälligen Westen und den orangenen Autos vom Bauhof gehören auch dazu. „Und die mit Rasenmäher, Schaufel und Hacke bei der Arbeit“, stellte Mühling die Außenabteilung des Rathauses dar.

Zum Besuch beim Bürgermeister gehörte auch ein Blick in das Goldene Buch, das probeweise Tragen der Bürgermeisterkette und einmal Platz nehmen auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch des ersten Bürgers der Stadt.

Kinderparlament soll Mitbestimmung fördern

Mit der Glocke im Ratssaal durfte jedes Kind einmal die Sitzung des Kinderparlaments eröffnen. Dieses tagt seit drei Monaten im Garbecker Kindergarten, um die Mitbestimmung zu fördern, erklärte Dunker.

„Jedes Kind meldet sich mit einer Sprechkarte zur morgendlichen Sitzung um 9 Uhr an.“ Ein Sitzungsleiter wird bestimmt, der alle zu Wort kommen lässt, und bei Nichtbeachtung der Regeln Gelbe und Rote Karten verteilt. Die jeweils bis zu zehn Minuten langen Sitzungen sind bei den Mädchen und Jungen begehrt, dürfen sie doch dann alles sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Dunker erinnerte sich: „Da freut sich auch schon mal einer, dass er einen Hund geschenkt bekommen hat.“

Im Rathaus waren nur die „Großen“ aus dem Kindergarten vertreten. Sie waren begeistert und auch überwältigt von den Eindrücken, die sie in der Stunde gewonnen haben. So durften sie auch in die Büros der Rathausangestellten einen Blick werfen, den Angestellten beim Arbeiten zusehen.

„Bei der nächsten Sitzung gibt es viel zu besprechen“, war sich Dunker sicher. Und Stadtoberhaupt Mühling freute sich über den Besuch, nutzte er doch gerne die Gelegenheit, das Rathaus den künftigen Wählern und Entscheidern vorzustellen.

Von Julius Kolossa

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