Borkenkäfer-Plage

Lieblingsspeise vom Borkenkärfer in Balve: Fichten

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Revierförster Richard Nikodem zeigt auf die abgefallene Rinde an den Fichten, die von Borkenkäfern befallen sind. In der längeren Trockenperiode konnten sich die Käfer auch auf Balver Stadtgebiet explosionsartig vermehren.

Balve - In natürlichen Wäldern ist er ein nützlicher Teil des Ökosystems. Er zersetzt geschwächte oder abgestorbene Bäume und schafft damit Platz für neue, gesunde Bäume. In aller Munde ist der Borkenkäfer aber meist als Schädling, der die künstlich geschaffenen Monokulturen befällt und damit für niedrige Holzpreise sorgt. Auch auf Balver Stadtgebiet haben die Waldbesitzer mit dem kleinen Käfer zu kämpfen, wie Revierförster Richard Nikodem erklärt.

Wenn die Rinde an einer Fichte von selber abfällt, war dort der Borkenkäfer tätig. Revierförster Richard Nikodem hat rund um die „Ruthmecke“ in Volkringhausen viele von den Käfern befallene Bäume ausgemacht: „Die Borkenkäfer haben sich seit vier Wochen hier und im gesamten Stadtgebiet extrem vermehrt.“

Sie hätten bei trockenem und warmem Wetter ideale Bedingungen vorgefunden, um ihre Eier in den Bäumen abzulegen. Grund dafür ist laut dem Förster, dass diese während der Trockenperiode nicht genügend Wasser aufnehmen konnten. Und beim Eierlegen können die Käfer extrem aktiv werden: „Jeder weibliche Käfer legt im Vier-Wochen-Rhythmus bis zu 200 Eier – in diesem Jahr haben sie sich explosionsartig vermehrt“, erklärt der Revierförster. Da können laut Nikodem auch die Meisen und Spechte als natürliche Feinde nicht mehr viel ausrichten.

Je nach Art leben die Käfer in all ihren Entwicklungsstadien – also als Larve, Puppe und ausgewachsener Käfer – in der Rinde der Bäume. Dabei werden sie bis zu fünf Millimeter groß. Ihre Gänge sind kleine Kunstwerke, filigran verzweigt und schön anzusehen, besonders für bereits geschwächte Bäume können sie aber tödlich sein. Fällt die Rinde nach und nach ab, ist der Stamm seiner schützenden Oberfläche beraubt und allen Witterungen ausgesetzt. „Grüne Krone, fehlende Rinde“, bringt der Förster es auf den Punkt, wie auch Laien einen Borkenkäferbefall mit bloßem Auge erkennen können.

Bei den heimischen Käfern unterscheidet der Fachmann zwischen dem in dünnen Fichten lebenden Kupferstecher, während der Buchdrucker die dickeren Bäume bevorzugt: „Ins Holz geht der gestreifte Nutzholzborkenkäfer.“ Mit der jetzt einsetzenden kühleren Witterung nehme allerdings auch die Aktivität der Käfer ab.

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