Außerordentliche Versammlung

Vorwurf der Wahlmanipulation: Ärger bei den Hundefreunden Balve

+
Bei den Hundefreunden Balve gibt es Ärger. Die dem Verein angeschlossene Ortsgruppe der Schäferhundefreunde führt heute eine außerordentliche Mitgliederversammlung durch, bei der Teile des Vorstands abgewählt werden sollen.

Balve – Es sind heftige Vorwürfe, die gegen den Vorstand der Balver Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde (Schäferhundefreunde) erhoben werden

In einem Brief an die vereinseigene Anwältin würden Wahlmanipulation für die Position des 2. Vorsitzenden und der Ausbildungswartin vorgeworfen, teilte die Schriftführerin Rosemarie Günzel der Redaktion auf Anfrage mit. Günzel ist zugleich Kassenwartin der Hundefreunde Balve, denn die heimische Schäferhunde-Ortsgruppe ist diesem Verein angeschlossen. 

„Diese Anschuldigungen weisen wir entschieden zurück“, betonte sie. „Im Verein ist alles in Ordnung.“ Dieser Brief hinterlasse trotzdem einen bitteren Nachgeschmack: „Er ist von den Mitgliedern der Schäferhundefreunde und der Hundefreunden Balve unterzeichnet worden.“ Allerdings nicht namentlich, sondern nur mit diesem Zusatz „die Mitglieder“. Davon hätten die Hundefreunde 290, so Rosemarie Günzel. 

Komplizierte Strukturen

Ein Hundefreund sei aber nicht automatisch auch ein Schäferhundefreund – diesen Unterschied machte die Schriftführerin. Die Mitgliedschaft dafür muss bei den Hundefreunden mit einer Beitrittserklärung beantragt werden, worauf der Vorstand laut Ortsgruppensatzung über Annahme oder Ablehnung entscheidet. „Zu den Schäferhundefreunden gehören 28 Mitglieder.“ Und: „Die Mitgliedschaft im Hauptverband der Schäferhundfreunde in Augsburg berechtigt nicht automatisch zu einer Mitgliedschaft in der Ortsgruppe Balve.“ 

Diese veranstaltet eine außerordentliche Mitgliederversammlung am Samstag, 25. Juli, ab 18 Uhr im Vereinsheim. Auf der Tagesordnung stehen die Absetzung des 2. Vorsitzenden und der Ausbildungswartin sowie Ergänzungswahlen für die jeweiligen Positionen. 

Vorstand reagiert auf Stimmungen innerhalb des Vereins

Damit reagiert der Vorstand auch auf Stimmungen innerhalb des Vereins, denn, so ist auf der Internetseite der Hundefreunde Balve (www.hundefreunde-balve.de) zu lesen, es liege eine Unterschriftensammlung für die Durchführung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vor. 

Stefan Thalheim hat sich mit Hündin Ronja vor zwei Jahren der Welpengruppe des Vereins angeschlossen. Mittlerweile fühlt er sich bei den Hundefreunden nicht mehr wohl.

„Auch kursiert das Gerücht, der Vorstand des Vereins sei zurückgetreten und der Verein dümpele führungslos und unter unhaltbaren Zuständen vor sich hin“, heißt es dort weiter. „Dies trifft nicht zu, ein Vorstand kann nur dann zurücktreten, wenn sichergestellt ist, dass die Geschäfte des Vereins weitergeführt werden, ansonsten nur in einer Mitgliederversammlung, in der dann auch Neuwahlen stattfinden können. Dies regelt ausdrücklich das Bürgerliche Gesetzbuch. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst und handeln danach und werden auch weiter danach handeln“, ist auf der Internetseite weiterhin zu lesen. Die ordnungsgemäße Vereinsführung sei jederzeit gegeben, der Verein komme sämtlichen Verpflichtungen weiterhin ordnungsgemäß und vollumfänglich nach. „Richtig ist, dass es im Vorstand Differenzen gibt und die Zusammenarbeit und ordnungsgemäße Vereinsführung mit einem Vorstandsmitglied nicht mehr möglich ist. Die Verantwortung für diese Zusammenarbeit lehnen wir in der Tat ausdrücklich ab und werden wir so auch nicht weiterführen. Dies betrifft aber nicht nur den Vorstand, sondern auch aus den Trainerkreisen wird eine Zusammenarbeit abgelehnt.“ Über diese „Untätigkeit im Amt“ und die damit verbundenen Konsequenzen für den Verein, muss die Mitgliederversammlung entscheiden. 

Stimmt die Chemie nicht mehr?

Gerne möchte auch Stefan Thalheim an dieser Versammlung teilnehmen. Vor zwei Jahren trat der Küntroper mit Schäferhündin Ronja in die Welpengruppe ein – und war rundum zufrieden. Inzwischen aber stimme die Chemie mit den Trainern und dem Vorstand nicht mehr. Gerne hätte er in einer Versammlung darüber geredet, doch eine von ihm vorgesehene außerordentliche Mitgliederversammlung, für die zehn Prozent der Mitglieder unterschrieben hätten, sei ins Leere gelaufen. Von einem Anwaltsbüro sei ihm außerdem mitgeteilt worden, dass er kein Mitglied der Ortsgruppe in Balve sei, und daher nicht berechtigt, eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu beantragen, an Mitgliederversammlungen teilzunehmen und Anträge zu stellen. 

„Ich bin vor zwei Jahren online eingetreten“, erzählte er im Gespräch mit der Redaktion. „Und mein Jahresbeitrag in Höhe von 40 Euro wird regelmäßig abgebucht.“ Stefan Thalheim fühlt sich nicht mehr wohl bei den Schäferhundefreunden, möchte aber gerne mit seiner Schäferhündin Ronja sein Hobby dort weiterhin ausüben. „Ich möchte über die Zustände innerhalb des Vereins aufgeklärt werden“, fordert er. „Und ich wünsche mir wieder bessere Verhältnisse mit den Trainern.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare