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Zimmermann druckt wieder

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Von: Julius Kolossa

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Julian Zimmermann zeigt, wie hoch das Wasser in seiner Druckerei stand.
Julian Zimmermann zeigt, wie hoch das Wasser in seiner Druckerei stand. © Julius Kolossa

Die Wasserschäden des Unwetters vor drei Monaten haben im Stadtgebiet viele Hauseigentümer, aber auch einige Gewerbebetriebe schwer getroffen. Besonders schwer betroffen war die Druckerei Zimmermann, die etwa fünf Millionen Euro an Sachschaden zu verzeichnen hat (wir berichteten). Das dürfte die höchste Schadenssumme im Stadtgebiet sein.

Balve - Das seit 1930 existierende Familienunternehmen, seit 85 Jahren am jetzigen Standort Widukindplatz 2, war komplett abgesoffen: Das 1,30 Meter hoch stehende Wasser hatte den gesamten Maschinenpark zerstört. Die Produktion musste ausgelagert werden; hier halfen Mitbewerber aus.

Julian Zimmermann, Junior-Geschäftsführer, stellte am Donnerstag unserer Zeitung dar, dass inzwischen die Produktion langsam wieder anlaufe. Einige Druck- und Falzmaschinen sind wieder in Betrieb. Eine Fünf-Farben-Druckmaschine muss noch installiert werden. „Diese Arbeiten werden in etwa zwei Wochen erledigt sein, sodass wir dann wieder bei 75 Prozent unserer Produktion liegen werden.“ Bisher wurden 1,4 Millionen Euro investiert.

Weiteres Geld soll in einen neuen Standort fließen. Julian Zimmermann: „Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich mich mit unserem Unternehmen irgendwo neu ansiedeln werde, aber inzwischen freue ich mich darauf.“ Während er vor drei Monaten in einem Gespräch mit unserer Redaktion diesen Schritt bereits ansprach, dabei aber den Kauf einer Bestandsimmobilie vorziehe, sind diese Ideen bereits weiter fortgeschritten: „Ideal wären 5000 Quadratmeter im Gewerbegebiet Braukessiepen, auf denen wir dann neu bauen würden.“ Denn die bisher vorgestellten Immobilien entsprachen nicht den Vorstellungen: „Es wäre zu viel umzubauen, oder aber es war alles zu klein.“ Nach wie vor würden Gespräche laufen; entschieden sei bisher aber noch nichts.

Diese vom Hochwasser betroffene Druckmaschine wird weiterhin instandgesetzt.
Diese vom Hochwasser betroffene Druckmaschine wird weiterhin instandgesetzt. © Julius Kolossa

„Fest steht, dass unser Unternehmen nicht auf Dauer am bisherigen Standort in der Nähe des Balver Rathauses bleiben wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas Neues gefunden wird.“ Bis dahin laufen die Maschinen am Widukindplatz wieder an.

„Für die Kunden wird es teurer“, so Zimmermann. „Denn unser Papier-Hersteller hat uns mitgeteilt, dass die Preise für Papier um 15 Euro je 100 Kilogramm gestiegen sind. Doch weil wir spezielle Papiersorten für die unterschiedlichen Kundenwünsche bedrucken, stehen uns keine Alternativen zur Verfügung.“

Wenn der Junior-Geschäftsführer eine Bilanz der vergangenen drei Monate zieht, dann weiß er um eine weiterhin motivierte Belegschaft, aber auch um eine Versicherung, die sich Zeit lässt mit der Bearbeitung der Sachschäden.

Damit einher ging das Aufräumen der Produktionshalle mit einem von der Versicherung beauftragten Unternehmen. „Diese Hilfskräfte waren unwissend und unproduktiv“, sagte Julian Zimmermann dazu.

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