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Gute Nachricht aus dem Pfarrarchiv: Akten lesbar

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Von: Julius Kolossa

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Pfarrarchivpfleger Rudolf Rath hatte Säcke mit einer halben Tonne Archivmaterial zum fachgerechten Trocknen nach Münster gegeben, zurückgekommen sind 41 Kisten mit vollständig brauchbaren Akten, Heftern und Ordnern.
Pfarrarchivpfleger Rudolf Rath hatte Säcke mit einer halben Tonne Archivmaterial zum fachgerechten Trocknen nach Münster gegeben, zurückgekommen sind 41 Kisten mit vollständig brauchbaren Akten, Heftern und Ordnern. © Julius Kolossa

Pfarrarchivpfleger Rudolf Rath weiß um seine Schätze im Pfarrarchiv des Pastoralverbunds Balve-Hönnetal, das bis zum endgültigen Einzug ins neue Pfarrheim noch in der Alten Hospitalgasse untergekommen ist. Die vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogenen Dokumente sind gefriergetrocknet zurück.

Balve - Nach dem Hochwasser Mitte Juli ist für Rath nichts mehr wie vorher – nicht nur, dass er sich aus einem Fenster vor dem immer höher steigenden Wasser ins Freie retten musste – sondern auch, dass zahlreiche in Bodenhöhe eingelagerten Exponate nicht mehr vor den Wassermassen gerettet werden konnten. Nach dem Zurückgehen des Wasserpegels wurden sie durchnässt geborgen (wir berichteten).

Etwa 500 Kilogramm an Büchern, Mappen und Alben waren betroffen. Rettung kam vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe aus Münster, von dem angeboten wurde, alles in einer Vakuum-Gefriertrocknungsanlage des Archivamts zu trocknen. Und was seinerzeit in 150 Säcken abtransportiert wurde, kam jetzt in 41 Kisten wieder zurück ins Pfarrarchiv.

„Nichts ist zerstört“, stellte er unserer Zeitung vor Ort dar. Ob ein Lagebuch mit Einkünften und Ausgaben für die Balver Pfarrgemeinde ab 1833, ein Protokollbuch des Pfarrgemeinderats Balve ab 2001 oder ein Kassenbuch aus Langenholthausen von 1935 bis 1936 – es ist alles deutlich lesbar. „An manchen Stellen muss ich mit einem Staubtuch reinigen, aber sonst steht fest: Es ist keine gewerbliche Reinigung mehr notwendig.“ Einige Wasserflecken bleiben, aber damit können die Dokumente und auch Rudolf Rath leben. Jedes Buch, jeder Ordner, jede Akte, jedes Fotoalbum wird von ihm durchgeblättert. „Bisher habe ich alle für gut befunden“, ist er zufrieden.

Alle Unterlagen sind getrocknet worden, außer ein paar Wellen und Wasserflecken ist alles sehr gut lesbar.
Alle Unterlagen sind getrocknet worden, außer ein paar Wellen und Wasserflecken ist alles sehr gut lesbar. © Julius Kolossa

Nach der Sichtung wird vorsortiert nach der Kirchengemeinde. „Einsortiert und damit endgültig an seinen Platz gestellt wird erst im neuen Pfarrarchiv“, betont der Pfarrarchivpfleger, der nach dem Hochwasser alles nur in den oberen Bereichen lagert. Mit dem Vorsortieren wird Rath nach eigenen Angaben in dieser Woche fertig werden; ab dann hat er wieder mehr Zeit für die eigentliche, mit dem Pfarrarchiv einhergehende Arbeit wie Anfragen von Besuchern und Annahme von neuen Devotionalen wie Rosenkränze, Kreuze und Gedenkmedaillen oder Bibeln aus Nachlässen. Diese gibt er nach wie vor gerne an Interessierte ab, die sich dafür bei ihm melden können. „Wichtig ist, dass ein ernsthaftes Interesse begründet wird“, will Rudolf Rath diese christlichen Andachtsgegenstände nur in gute Hände abgeben.

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