Volkstrauertag: Die Offiziellen sind in der Mehrheit

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Traditionen und Rituale zum Volkstrauertag.

Balve - Es war ein würdiger Rahmen für den Volkstrauertag, an dem der Toten, Gefallenen und Vermissten in den beiden Weltkriegen gedacht wurde. Nur die Resonanz war beischeiden.

Am Ehrenmal marschierten Musikverein und Männerchor auf, sowie Fahnenabordnungen aller Balver Vereine. Die Worte waren alle mit Bedacht gewählt, die Lieder ebenso – dennoch lag auch diesmal die Teilnehmerzahl der Bevölkerung unter der der offiziellen Teilnehmer. Und doch ging auch diesmal wieder der Dank an alle von Bürgermeister Hubertus Mühling. 

Tag der Trauer und Mahnung

In seiner Rede hatte er zuvor betont: „Der Volkstrauertag ist ein Tag der Trauer und der Mahnung, aber auch der Hoffnung auf Versöhnung und Verpflichtung für die Zukunft“. Durch Erinnerung und Trauern um die Opfer beider Weltkriege würde zugleich die Ermahnung an alle gehen, dass es nie wieder Krieg in Deutschland, in Europa und der Welt geben dürfe. „Aber, leider ist die Welt nicht so, wie wir sie uns wünschen“, führte Hubertus Mühling weiter aus, und wies auf das Elend und Sterben im Jemen und in Syrien hin. 

Er mahnte, dass der Nationalismus um sich greife und die Welt nicht mehr so einfach und sicher sei, wie gedacht. Deshalb müsse Europa gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft meistern und bestehen: „Das Gegenteil dazu und dessen Folge waren ja eben die beiden Weltkriege und das millionenfache Leid, welches sie über die Welt gebracht haben.“ 

Jugendliche tragen Gedichte vor

Das Gedenken und Erinnern an die Toten der Kriege und der Opfer von Gewaltverbrechen dürfe nicht aufhören. Vor diesem Hintergrund dankte er der Städtischen Realschule, von der die beiden Neuntklässlerinnen Hana Hodzic und Mnahel Latif mit Gedichten einen Beitrag zu dieser Gedenkfeier leisteten. „Wenn jeder eine Blume pflanzte“ von Peter Härtling und „Friede“ von Josef Redding trugen die Jugendlichen vor. Zum weiteren Ablauf gehörten Beiträge vom Männerchor 1874 Balve: „Zum Agnus Dei“ und „Menschen, bewahrt Euch den Frieden“. Der Musikverein spielte das „Kameraden“-Lied nach der Kranzniederlegung von Bürgermeister Hubertus Mühling und Ortsvorsteher Matthias Streiter und nach dem gemeinsam mit Pfarrer Andreas Schulte und Pfarrerin Antje Kastens gebetenen „Vater unser“ die Nationalhymne.

Stetig abnehmende Teilnehmerzahl

Und als danach die Glocke der St. Blasius-Kirche geläutet wurde, waren 22 Minuten vergangen, in denen alles gesagt war, was an diesem Tag wichtig war. Anscheinend aber war den Balvern anderes zur selben Zeit viel wichtiger, was sich schon seit mehreren Jahren in stetig abnehmenden Teilnehmerzahlen der Bevölkerung bemerkbar macht. Am Rande dieses Volkstrauertages wies Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf Überlegungen zur Neugestaltung dieser Feier im Inneren der St. Blasius-Kirche hin, mit dem Ziel, mehr Balver als bisher zu erreichen. Ob und wie dies im nächsten Jahr greifen wird, ließ er offen.

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