Der Vogel fällt und fällt einfach nicht zu Boden

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Der Jubel zum Schluss war auch ein wenig Erleichterung.

Beckum - 556 Schuss brauchten die Beckumer Jungschützen, um am Samstag den Vogel „Donald Drunk II.“ abzuschießen. Es dämmerte schon, als gegen 21.30 Uhr schließlich mit dem 21-jährigen Manuel Synder ein neuer König feststand.

„Sie haben den Vogel gut gebaut“, befand der Vorsitzende der St.-Hubertus-Schützen Markus Baumeister. Gemeinsam mit seinen Vorstandsmitgliedern sorgte Baumeister übrigens für die Bewirtung. Und das Urteil des Vorsitzenden bewahrheitete sich.

Und so kam es schließlich zu einem Novum in der Geschichte des Jungschützenfestes: Nach 420 abgegebenen Schüssen auf „Donald“ war zunächst Schluss. Die beiden Schießmeister hatten schlicht nicht mehr Patronen mitgebracht. Der Aar war einfach zu zäh. Aus Volkringhausen mussten weitere 180 Patronen herangeschafft werden.

Schnell fiel das Zepter: Frederik Daake holte dieses mit dem 8. Schuss zu Boden. Ein wenig dauerte es dann, bis die Melone fiel. Jungschützen-Vorsitzender Jan Paul Bathe schoss diese mit dem 53. Schuss ab.

Zu seiner Mitregentin erkor sich der neue Jungschützenkönig Beckums, Manuel Synder, seine Freundin Lisa Lehmann.

Doch dann mussten die Schützen und die Festbesucher viel Geduld aufbringen, bis sie den nächsten zählbaren Abschuss bejubeln durften. Florian Oest war mit dem 137. Schuss bei der Krone erfolgreich. Nach erneut langer Wartezeit schoss Christian Daake den linken Flügel aus dem Kugelfang – damit war die 326. Patrone verschossen.

„Wir haben keine Munition mehr“, gaben Stefan und Christian Brinkschulte-Brüder kurz darauf bekannt. Dabei lag es nicht an zu wenigen Bewerbern oder deren Treffsicherheit. Manuel Synder, Frederik Daake, David Bathe, Lukas Busche, Florian Oest, Christian Daake und auch Jannik Gajk wechselten sich an den Gewehren ab, sodass dem Vogel keine Schießpause vergönnt war. Das waren recht viele Aspiranten, angesichts dessen, dass die Beckumer Jungschützen gerade einmal 33 Mitglieder haben. Jeder Bewerber war als ernsthafter Nachfolger von Lukas Gefrerer anzusehen und gab sein jeweils Bestes.

Doch dass der Vogel sich nur stückweise aus dem Kugelfang löste, war von den Jungschützen, die sich wieder gemeinsam als Vogelbauer betätigten, nicht vorhergesehen worden. So fiel der rechte Flügel erst nach dem 480. Schuss. Frederik Daake ergatterte diese Insignie.

Dann hieß es für diejenigen, die das Wettschießen verfolgten, wieder einmal geduldig zu sein, bis sie Manuel Synder erlöste. Der Geschäftsführer der Jungschützenabteilung, wird zum Technischen Produktdesigner ausgebildet. Mit ihm regiert seine Freundin Lisa Lehmann.

Die Zuschauer wurden während der langen Vogeljagd vom Musikverein Beckum unterhalten, der in dieser Zeit doch mehr Lieder spielen musste, als beabsichtigt.

Den Jungschützen zollte Markus Baumeister im Namen der Gesamtbruderschaft ein großes Lob: „Sie sind eine starke Gemeinschaft und vertreten Beckum zahlreich auf Festen benachbarter Schützenbruderschaften.“

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