Voge auf Sommertour: Darüber informiert sich der Politiker in Garbeck

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So funktionieren die Abläufe bei Wortmann: (von rechts) Johannes Wortmann erklärt Marco Voge, Sandra Pawlas und Gudrun Schmitz-Raphael, wie in seiner Firma gearbeitet wird.

Garbeck - „Bei uns gibt es, trotz des digitalen Aufmaßes, immer noch Menschen, die hier arbeiten“, sagt Johannes Wortmann.

Zu Beginn des Monats jährte sich die Gründung seiner Treppenfirma zum 26. Mal. Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Marco Voge hat selbst vor sechs Jahren Stiegen bei Wortmann planen und bauen lassen. „Hier bekommt man eine tolle Qualität“, sagt er infolgedessen aus Erfahrung. 

Den Christdemokraten führte der dritte von zehn Terminen im Rahmen seiner Sommertour zum Thema Ausbildung in dieser Woche zum Blintroper Weg in Garbeck. Tischlermeister Wortmann wird dort längst von seinem Sohn Christopher, ebenfalls Schreinermeister, unterstützt. Das Unternehmen hat derzeit 16 Mitarbeiter. Und der Betrieb bildet stets aus – manchmal bis zu drei junge Menschen gleichzeitig, darunter durchaus auch Studienabbrecher und Frauen. 

Computer gehört zum Berufsalltag

Derzeit lernt bei Wortmann mit Steven Otto ein waschechter Garbecker. Er machte einst über die Realschule ein Praktikum beim Treppen-Experten und blieb hängen. Zum Landtagsabgeordneten sagt er an diesem Nachmittag: „Ich finde es cool, im Handwerk zu arbeiten. Auch wenn es dafür gerne etwas mehr Geld geben dürfte.“ 

Gemeinsam mit Voge schauen sich Sandra Pawlas, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Iserlohn, und Gudrun Schmitz-Raphael, beim Jobcenter Iserlohn zuständig für den Arbeitgeberservice, die Garbecker Firma an. Sie erfahren, dass Wortmann zu 80 Prozent individualisierte Treppen konstruiert und anfertigt. Fast alles funktioniert dabei automatisch. Der Computer gehört längst auch im Handwerk zum Berufsalltag. Die Kundengewinnung läuft zu einem nicht unerheblichen Teil über soziale Medien. Dabei kommen die Kunden nicht nur aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch aus Hessen und Bayern. 

Standard- und Sonderhölzer

Gearbeitet wird bei Wortmann nicht nur mit Holz. Stahl, Glas und Stein sind ebenso Materialien, die verarbeitet werden. Eiche aus Bamberg und Buche aus Ostwestfalen sind die Standardhölzer, aber auch Sonderhölzer wie die helle Esche und die dunkle Akazie werden zugeschnitten, verleimt und montiert. Johannes Wortmann betont: „Unsere Monteure arbeiten übrigens bei uns – und nicht etwa bei einem Subunternehmer.“ 

Die Treppen-Produktion unterliege einem ständigen technischen Wandel, schildert Wortmann. „Das macht zwar Spaß, ist aber manchmal auch mühevoll“, räumt er ein. Dabei versucht die Firma immer innovative Lösungen zu finden. So wird vom Holzverschnitt die Fertigungshalle in Garbeck geheizt. Landespolitiker Voge staunt: „Mensch, das ist ja alles hoch technisiert hier.“ 

Talsohle durchschritten

Johannes Wortmann überschlägt im Kopf und verrät: „Eine normale Treppe kostet bei uns ab 4000 Euro. Es geht aber hoch bis zu 60 000 Euro.“ Wortmann ist auch Obermeister der hiesigen Tischlerinnung, vertritt somit 60 Betriebe, deren Auszubildende eine ganze Berufsschulklasse in Lüdenscheid füllen. 

Er kennt also die Branche und weiß: „Die vergangenen Jahre waren kein Zuckerschlecken. Die Kosten stiegen, die Preise gingen aber in den Keller.“ Seit etwa zwei Jahren sei die Talsohle wohl durchschritten. Langsam erhole sich die Treppen-Zunft wieder. „Es hat aber viele zerrissen“, sind er und sein Sohn froh, „dass wir noch da sind“. 

Lehrling gesucht

Und so suchen die beiden für kommendes Jahr einen Lehrling. Sollte eine Bewerbung passen, könnte es auch bereits in diesem Herbst losgehen. Johannes Wortmann erklärt: „Gute Kräfte arbeiten sich hoch und bekommen schließlich einen Stundenlohn von bis zu 22 Euro.“ Für den aktuellen Azubi Steven Otto ist das Ende der Fahnenstange also noch lange nicht erreicht.

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