Viele Emotionen: Martin Theile verabschiedet

Freude in allen Gesichtern: Amicitia-Vorsitzender Michael Volmer (l.) hatte den Taktstock von Martin Theile (r.) an den neuen Dirigenten Tobias Schütte übergeben.

GARBECK ▪ „Tränen lügen nicht“, mit diesem Klassiker von Michael Holm in der Bearbeitung für Blasorchester endete am Samstag das Wunschkonzert vom Musikverein „Amicitia 1796“ Garbeck – damit ging auch die Zeit von Martin Theile als Dirigent zu Ende.

Zehn Jahre lang stand er den Musikern vor und prägte ihr Spiel. Diese Aufgabe übernimmt nun Tobias Schütte, an den der Dirigentenstab weiter gereicht wurde.

Es gab stehenden Beifall für Martin Theile, der mit dem großen Blasorchester nach der Pause noch einmal alle Register gezogen hatte. „Dies ist mein letztes Konzert in dieser Jacke“, wies er zu Beginn auf die Besonderheit des Abends hin. Von der Darbietung war es wieder einmal das hohe Niveau, das die Garbecker auszeichnet: Sinfonische Stücke wie „The Olympic Spirit“ und „Appalachian Overture“, „Aida“, und dazwischen andere Stilrichtungen, in diesem Fall der „Astronauten-Marsch“ und die „Brinpolka“.

Wieder dabei war das „Finale 2. Akt aus Aida“: „Das haben wir vor zehn Jahren bei meinem ersten Wunschkonzert schon gespielt.“ Auch dieses war wieder hörenswert. „Die sinfonische Literatur liegt mir am Herzen“, stellte er, der selbst durch das Programm führte, seinen Schwerpunkt vor. So hatte er dann auch die Garbecker aufgestellt: vom Stil und der Qualität mit einem großen Orchester vergleichbar, denn „Olympic Spirit“ und „Appalachian Overture“ sind in ihrer Interpretation durchaus anspruchsvoll, wobei die Streicher durch die Klarinetten ersetzt wurden.

Zwischen den Stücken wies Theile auf Anekdoten und Höhepunkte hin – so sein Vorstellen beim Musikverein Garbeck, das ihn zuerst ins „Musikhaus“ nach Balve geführt hatte. „Er ist ein hervorragender Dirigent und ein Visionär“, lobte Michael Volmer, Vorsitzender der „Amicitia“. Pastor Jürgen Bischoff übergab als Abschiedsgeschenk einen Bildband der Drei König-Gemeinde. Vom Orchester bekam Theile eine Collage mit der Besetzung von allen Instrumenten.

Weil Tobias Schütte erst am 1. Oktober in Diensten steht, musste die Vakanz nach dem letzten Lied überbrückt werden. „Wir sagen dem Trainer adè“, lautete das Abschiedslied und gleichzeitige Schlusswort. Nach der Melodie von „Kameraden auf See“ textete Ingo Mettken eine auf Theile bezogene Version. Als Chor standen das Vororchester und Jugendorchester bereit, die vor der Pause unter Carolin Rath und Tim Volkmer ihr Können unter Beweis stellten.

Zum Schluss war es dann ein mit dem Publikum in der voll besetzten Schützenhalle ganz großer Chor, der mit dem Blasorchester anstimmte: „Es war eine sehr schöne Zeit mit Dir. Ein Teil von Dir bleibt sicher immer hier. Doch irgendwann ist‘s an der Zeit. Für Neues bist Du nun bereit. Behalt‘ uns im Herzen, dann tut‘s nicht so weh. So sagen wir Martin adé.“

Julius Kolossa

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