Keine Weiterreise: Viel Zirkus um den „Circus Ideal“

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Der „Classic Circus Ideal“ steht seit Wochen auf einer Wiese an der Balver Höhle.

Balve - Was für ein Zirkus um einen Zirkus: Seit dem 4. Mai hat auf der Wiese vor der Balver Höhle der „Classic Circus Ideal“ seine Zelte aufgeschlagen.

Nach vier Vorstellungen am 5. und 6. Mai war sein Engagement in Balve beendet. Weitergezogen war der Zirkus mit seinen Tieren und Artisten dennoch nicht. Toni Wagner, Eigentümer des Familienunternehmens mit 14 Personen ab drei Jahren, sagte am Mittwoch zu unserer Zeitung: „Wir können erst heute ab 18 Uhr auf den nächsten Platz“. Dieser sei auf einem Privatgelände in Fröndenberg. 

„Es ist schwer, Plätze zu bekommen“, erzählte er weiter. Sein Zirkus habe in diesem Jahr erst an drei Orten Vorführungen anbieten können. In Balve seien die beiden Tage mit „maximal 70 Besuchern“ nicht zur vollen Zufriedenheit verlaufen. Trotzdem bleibe die Stadt diesem Zirkus in guter Erinnerung. Wagner lobte das rege Treiben in der Stadt und in der Höhle. „Wenn wir hier noch einmal aufgenommen werden, kommen wir gerne wieder“, sagte er zum Abschied. Er und seine Mitarbeiter säßen auf gepackten Koffern und warteten nur noch darauf, abreisen zu können. 

Bevölkerung sieht Zirkus kritisch

Eine andere Wahrnehmung dem Zirkus gegenüber zeigt sich in der Stadt. Manche erinnerten an dessen mehrwöchigen Aufenthalt in Lendringsen. Erst nach einigem Hin und Her wurde die Fläche wieder freigegeben. 

Dies wurde auch für Balve befürchtet, wo die Wiese als Parkplatz für die Festspiele in der Höhle und das bevorstehende Schützenfest benötigt wird. Wilfried Schweitzer, stellvertretender Vorsitzender der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft sagt jedoch: „Wir haben keine Probleme mit diesem Zirkus.“ Das dieser die Wiese jetzt schon über einen längeren Zeitraum belege, sei nicht tragisch, vor allem, weil dem Festspielverein diese Fläche als Parkplatz nicht fehlen würde, wie Schweitzer versichert worden sei. „Dass von Seiten der Öffentlichkeit jetzt solch ein Druck gemacht wird, ist mir unverständlich“, sagt Schweitzer. 

Ordnungsamt und Polizei nicht zuständig

Aber dieses Spiel geht noch weiter, denn plötzlich standen Polizei und Ordnungsamt im Rampenlicht. Diese sollten, wie zu hören war, bereits am Mittwoch bei einem Ortstermin für eine Räumung sorgen. Aber sowohl Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei für den Märkischen Kreis, als auch Balves Ordnungsamtsleiter Marcus Kauke, stellten im Gespräch mit unserer Zeitung klar: „Polizei und Stadt sehen keinen Handlungsbedarf.“ Das Gelände gehöre der Schützenbruderschaft, die das alleinige Hausrecht habe. „Das ist eine Privatangelegenheit“, so Kauke.

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