Viel investiert – aber die Differenzen nicht überwunden

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Sigrid Sendler gibt ihren Posten als Kirchenmusikerin im Pastoralverbund Balve-Hönnetal nach nur einem Jahr auf.

Balve -   „Ich habe zum 30. September dieses Jahres meinen Arbeitsvertrag als Kirchenmusikerin im Pastoralverbund Balve-Hönnetal gekündigt“, erzählte Sigrid Sendler. Wehmütig fügt die erst am 1. Oktober 2013 eingestellte Musikerin hinzu: „Nur ein Jahr – eine so kurze Zeit war ich bisher noch nie an einem Ort gewesen.“ Dabei mache ihr die Arbeit viel Spaß und sie fühle sich von den Gemeinden angenommen. Grund für die Kündigung seien unüberbrückbare Differenzen mit dem Kirchenvorstand.

Der Zugang zum Pfarrbüro sei ihr von Anfang an verwehrt worden. Dabei hätte das zumindest einen der zahlreichen Mängel an ihrer Arbeit gemildert – der fehlender, notwendiger Arbeitsmittel.

Zudem habe sich der Vorschlag, ein Büro im Gesundheitscampus einzurichten, wegen der Entfernung und fehlender Einrichtung wie Kopierer und Computer als nicht akzeptabel erwiesen: „Ich habe den Eindruck, als wäre mir sehr viel Unverständnis für meine Arbeit entgegen gebracht worden“, kommentierte Sendler diese Umstände.

Viel hätte sie investiert, doch vom Kirchenvorstand sei sie nicht akzeptiert worden. Sendler sagte, aber sie wolle die Brücken nicht einfach hinter sich abbrechen: „Ich bin nach wie vor bereit, mich mit dem Kirchenvorstand an einen Tisch zu setzen und über alles zu reden.“ Dabei stellt sich aber für die 38-Jährige die Frage, ob sich dieses Gremium überhaupt vorstellen kann, mit ihr zu sprechen: „Bisher sind auch inoffiziell keine positiven Signale gekommen.“

Es sei ihr nicht leicht gefallen, jetzt gekündigt zu haben, vor allem, weil sie gemerkt habe, wie schnell das, was sie ausprobierte, erfolgreich gewesen sei.

Dazu gehöre die Stimmbildung im Beckumer Kindergarten, in Balve der Aufbau einer Gregorianischen Schola, für die sich sofort fünf bis sieben Sänger fanden. Auch mit dem Instrumentalkreis aus Langenholthausen und dem Balver Kirchenchor hätte sie sehr gut zusammen gearbeitet.

Ohne Werbung für sich gemacht zu haben, meldeten sich vier Orgelschüler bei ihr an. Die Kirchenmusikerin betonte: „Ich mache die Arbeit hier wirklich sehr gerne.“ Sie sehe im Hönnetal viel Potenzial und vor allem viele Talente.

Im Pastoralverbund werde sie noch bis zum letzten Tag tätig sein. Sie muss eine dreimonatige Kündigungsfrist einhalten. Was für sie danach geplant sei, verrate sie noch nicht: „Ich äußere mich nicht über meine Zukunftspläne.“

Von Julius Kolossa

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