Verwüstete Wohnungen sind keine Seltenheit

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Beisitzer Hans-Jürgen Karthaus, Beisitzerin Ursula Lohmann, Vorsitzender Gerd Schrage, Kassiererin Karin Weber und Geschäftsführer und 2. Vorsitzender Werner Stork (von links) bilden den Vorstand des Haus- und Grundbesitzervereins Balve und Umgegend.

BALVE ▪ Vermieter haben es schwer und müssen allerlei gesetzliche Klippen umschiffen, um im Dauerstreit mit ihren Mietern am Ende nicht draufzahlen zu müssen. Diesen Eindruck konnte man bei der Jahreshauptversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins am Montagabend gewinnen.

Er habe im vergangenen Jahr jeden Tag mindestens einen Kontakt aufgrund von Problemen zwischen Mietern und Vermietern gehabt, berichtete der Vorsitzende Gerd Schrage. Auch die monatliche Sprechstunde mit dem Verbandsjuristen sei überaus stark frequentiert. Mietnomaden, die in den von ihnen bewohnten Räumen große Schäden anrichten und dann auf Nimmerwiedersehen verschwinden, seien in Balve zwar die Ausnahme, aber auch hier würden Wohnungen mitunter in schlimmen Zuständen hinterlassen, so Schrage.

Der Rechtsanwalt Tim Treude, Geschäftsführer des Landesverbandes Haus & Grund Westfalen, wies die Vereinsmitglieder auf kommende Gesetzesänderungen hin, die Vorteile insbesondere für die Vermieter mit sich bringen könnten. So sei im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung das Ziel formuliert worden, die bisher unterschiedlichen Kündigungsfristen, die Mieter und Vermieter zu beachten haben, anzugleichen. Außerdem werde nach einer Möglichkeit gesucht, Mietzahlungen von Hartz IV-Empfängern direkt auf das Konto des Vermieters zu überweisen. Und schließlich habe die Regierung auch das Problem erkannt, dass Mieter geplante Modernisierungsmaßnahmen sehr lange, für Vermieter manchmal zu lange, hinauszögern könnten.

Auch ein Thema, das zwischen den Mietparteien oft zu Streit führt, schnitt Treude an: die Nebenkostenabrechnung. Vermieter hätten nach dem Ende des Abrechnungszeitraumes maximal zwölf Monate Zeit, diese Abrechnung vorzulegen. Der Grundstein dafür, möglichst alle Nebenkosten berechnen zu können, werde schon im Mietvertrag gelegt. Treude empfahl den Vermietern deshalb die Verwendung des Haus & Grund-Mustervertrages. Im Mietvertrag könne auch eine Regelung für die Weitergabe der Müllgebühr an den Vermieter geregelt werden. Denn, so Treude zur Überraschung vieler Versammlungsteilnehmer, die gesetzliche Regelung sehe vor, dass diese Kosten auf die Mieter auf Grundlage der Wohnfläche umgelegt werden müssten. Im Mietvertrag könne jedoch eine Pro-Kopf-Umlage vereinbart werden.

Die Vorstandswahlen im aktuell 313 Mitglieder zählenden Haus- und Grundbesitzerverein für Balve und Umgegend brachten kaum Veränderungen. Wiedergewählt wurden der Vorsitzende Gerd Schrage, sein Stellvertreter und Geschäftsführer Werner Stork und Kassiererin Karin Weber sowie die Beisitzer Ursula Lohmann, Hans-Jürgen Karthaus und Alois Cormann. Der stellvertretende Vorsitzende Helmut Schäfer schied auf eigenen Wunsch aus. Sein Amt blieb vakant, ein Versuch, es neu zu besetzen, wurde am Montagabend nicht unternommen. ▪ vg

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