Verkehrschaos in Balve: „Totalversagen“ der Behörde

+
Das Verkehrschaos in den vergangenen Wochen, hervorgerufen durch mehrere Baustellen im Stadtgebiet, war jetzt Thema im Ausschuss.

Balve - Die Zeit der Staus in der Hönnestadt ist vorbei – bis vor wenigen Wochen waren die Balver damit genug gestraft, mussten sie auf der Bundesstraße 229 doch gleich vier Baustellen umfahren: in Küntrop, zwischen Langenholthausen und Balve-Süd, in Beckum und im Zentrum am neuen Netto-Markt.

Über die Koordinierung der Maßnahmen wurde am Dienstag im Ausschuss Umwelt, Planung und Bau im Ratssaal gesprochen. 

„Wenn jemand der Straßenverkehrsbehörde des Kreises mal hier vor Ort gewesen wäre, wären diese vier parallelen Maßnahmen sicherlich nicht guten Gewissens genehmigt“, fand Lorenz Schnadt klare Worte. Als Fraktionsvorsitzender der UWG hatte er das Thema Verkehrschaos in der Hönnestadt auf die Tagesordnung setzen lassen und forderte auch eine Stellungnahme von Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) ein. 

Mühling: Stadt hat keinen Einfluss

Die Stadt habe keinen Einfluss auf Baumaßnahmen, deren Auftraggeber wie Telekom, Innogy und Netto von außen kommen, sagte das Stadtoberhaupt. Die Straßenverkehrsbehörde des Kreises sei in diesem Fällen verkehrstechnisch allein verantwortlich. „Aber der Bauherr ist nicht immer kommunikativ“, so Mühling. Extrem sei dies beim Bau der Abbiegespur auf der Hönnetalstraße zum neuen Netto-Markt gewesen. Die Stadt habe beim ausführenden Unternehmen auf eine Presseerklärung gedrängt, reagiert worden sei aber erst, als der öffentliche Druck immer größer wurde. 

Diese Baustelle ist inzwischen Geschichte – und so soll es auch bald mit der Baustelle ab Langenholthausen bis Balve-Süd sein. „Die ist in die Hose gegangen“, fasste Mühling den Verlauf zusammen. Der Auftrag sei von der Straßenverkehrsbehörde an eine Firma vergeben, die auch in Küntrop mit Straßenbauarbeiten beauftragt war, die Arbeiter deswegen aus Langenholthausen habe abziehen müssen. Statt wie ursprünglich geplant bis Ende der Sommerferien fertig zu werden, sollen die Arbeiten auf diesem Straßenabschnitt nun erst in den nächsten Tagen abgeschlossen werden. 

Schnadt spricht von Fehlerketten

Für Lorenz Schnadt steht fest, dass sich jeweils Fehlerketten fortgesetzt hätten, weil niemand eingegriffen habe. „So nicht“, wünschte er sich für die Zukunft. Immerhin würden jährlich sechs Millionen Euro als Umlage an den Kreis und damit auch an die Verkehrsbehörde überwiesen. Mit dieser Summe würde die Stadt bestimmte Leistungen einkaufen. In diesen zurückliegenden Fällen aber sei ein „Totalversagen“ der Behörde festzustellen. 

Um der Straßenverkehrsbehörde ein Meinungsbild aus Balve zu vermitteln, soll ein Mitarbeiter aus dem Kreishaus in die nächste Sitzung des Ausschusses eingeladen werden. Denn für 2020 und 2021 sieht Bürgermeister Mühling bereits weitere Baustellen, wenn die Privathaushalte ans Breitbandnetz angeschlossen werden. Das gehe nicht ohne Baumaschinen vor der Haustür und in der Straße. „Diese Maßnahmen müssen genau koordiniert werden“, sagte Mühling. 

UWG-Kritik an den anderen Fraktionen

Lorenz Schnadt zeigte sich mit dem Verlauf der Sitzung alles andere als zufrieden, kritisierte am Folgetag in einer Stellungnahme, dass sich CDU und SPD praktisch nicht an der Diskussion beteiligt hätten. „Vor dem Hintergrund dieser Eindrücke stellt sich umso mehr die Frage, warum es eigentlich 32 Ratsmitglieder braucht, wenn schon die Hälfte davon ihren verfassungsgemäßen Aufgaben nicht mit der nötigen und dem Thema angemessenen Motivation nachgeht“, ging Schnadt voll auf Konfrontationskurs.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare