Verkehrschaos in Balve: Darum könnte der Zustand noch Wochen anhalten

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Rot sehen derzeit viele Autofahrer auf ihrem Weg durch Balve. Durch die Ampelanlage am Kreisel entstehen Wartezeiten von bis zu 40 Minuten.

Balve - 40 Minuten für nur gut zweieinhalb Kilometer von Preuß-König in der Helle bis zum Kreisverkehr – dieses zweifelhafte Vergnügen teilten am Mittwochmorgen viele Verkehrsteilnehmer.

„Geht‘s eigentlich noch?“, äußerten sich einige auf Anfrage über diesen Zustand, bei dem Fußgänger schneller ans Ziel kamen als Autofahrer. „Unverschämtheit“, meinte ein anderer, der längst genug vom ständigen Stop-and-go hatte. 

„Ja, solche Sprüche hören wir öfter“, sagte der Polier des Tiefbaunternehmens Bischop aus Bocholt, am Mittwoch. Seit nunmehr zwei Wochen ist diese Firma damit beschäftigt, den Gehweg gegenüber des entstehenden Netto-Marktes an der Hauptstraße aufzureißen, um die Versorgungsleitungen neu zu verlegen und danach die Abbiegespur von der Hönnetalstraße auf den Parkplatz des Discounters anzulegen. 

Ampelanlage soll den Verkehr regeln

Die Bauarbeiter haben viel Arbeit vor sich. Dabei gehe es nicht ohne Schaufel und Hacke, aber auch nicht ohne Bagger. Und der braucht Platz. Weil der Baustellenbereich nur einspurig zu umfahren ist, hatten sich schon in der vergangenen Woche immer wieder mal längere Rückstaus gebildet. Seit eine Ampelanlage seit einigen Tagen den Verkehr rund um den Kreisel regeln soll, hat sich das Verkehrschaos aber eher noch verschlimmert. Vor allem zu den Stoßzeiten morgens und abends geht es maximal in Schrittgeschwindigkeit voran. 

Etwa 17 Autos kommen durch eine Grünphase – und dies auch nur bei sehr zügiger Fahrt –, wie eine spontane Zählung an der Sparkasse ergab. Irene Grote, Inhaberin des Schuhhauses Schneider an der Hauptstraße, hat sich schon viele Sprüche von verärgerte Autofahrern angehört – und auch schon verärgerte Kunden ob der langen Fahrzeit bis nach Balve in ihrem Laden gehabt. „Ja, das ist gruselig“, sagt Grote zum aktuellen Zustand, versucht aber dennoch etwas Positives in dem ganzen Verkehrschaos zu sehen: „Es ist nur für eine begrenzte Zeit. Bald ist alles wieder offen.“ 

Zeitplan ist nicht mehr einzuhalten

„Bald“ ist dabei relativ, denn, so der Polier: „Der ursprüngliche Plan, bis Ende Juli die Linksabbiegespur angelegt zu haben, ist nicht mehr einzuhalten. Die Versorgungsleitungen müssen vorher noch verlegt werden.“ Und das heißt, dass die veränderten Pläne zunächst mit Telekom, Westnetz, Gas- und Wasserversorgern in Einklang gebracht werden müssen. Einen möglichen neuen Fertigstellungstermin wollte der Polier des ausführenden Bauunternehmens deshalb nicht nennen. 

Einzig am Wochenende, wenn keine Arbeiter auf der Baustelle sind, wird die Ampel ausgestellt. Pendler und andere Verkehrsteilnehmer werden sich also noch über Wochen auf deutlich längere Fahrtzeiten durch Balve einstellen müssen. 

Zu Fuß derzeit schneller unterwegs

„Diese Baustelle ist eine ganz große CO2-Katastrophe“, meinte ein Verkehrsteilnehmer, der in Höhe der Evangelischen Kirche auf die vielen Autos hinter sich blickte. Unter seine Worte mischte sich das laute Brummen der Motoren der vielen stehenden Autos. 

Manch einer setzte dem Warten kurzerhand ein Ende, indem er einfach auf den Parkplatz des Aldi-Marktes an der Hönnetalstraße fuhr, seinen Weg in die Stadt von dort dann zu Fuß fortsetzte. Denn auf zwei Beinen ist man im Balver Zentrum derzeit deutlich schneller unterwegs, als mit vier Rädern.

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