Verkehr und Leerstände fordern den Balver Einzelhandel heraus

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Rolf Biggemann, Vorsitzender des Balver Fachhandels, sieht einige Schwierigkeiten für den Einzelhandel der Stadt.

Balve - Rolf Biggemann, Vorsitzender des Balver Fachhandels, sieht in dem starken Stauaufkommen Richtung Innenstadt ein Problem für den dort ansässigen Einzelhandel.

Wer bis zu 40 Minuten in die Innenstadt von Balve braucht, und dabei schon ab der Helle im Stau steht, der überlegt sich weitere Fahrten genau. Rolf Biggemann, Vorsitzender des Balver Fachhandels, kann es niemandem verdenken: „Niemand nimmt freiwillig diesen Stress auf sich, um hier einzukaufen.“

Im Gespräch kommt der Einzelhändler in Fahrt: Er sieht durch den Verkehrsinfarkt, dem Balve seit über einem Jahr ausgesetzt ist, auch die Kaufkraft ausgebremst. Rolf Biggemann zählt neben der Verkehrssituation weitere Herausforderungen auf, denen die Kleinstadt ausgesetzt ist: „Das Internet ist randvoll mit rund um die Uhr verfügbaren Angeboten, die Kaufgewohnheiten ändern sich.“ 

Leerstände und der Faktor Zeit

Dazu kämen 15 Leerstände, unter denen der Branchenmix leide. Besonders in einem so kleinen Umfeld wie Balve sei das schwer zu kompensieren. „Es ist fünf vor zwölf – die Situation ist hier nicht mehr akzeptabel“, fasst er alles zusammen. 

Viele Auswärtige gehören zu seinen Kunden, von denen einige auf Dauer keine Lust mehr hätten, nach Balve zu fahren, während andere Städte in der gleichen Zeit ebenso gut zu erreichen sind. 

Zeit ist für Biggemann ein wesentlicher Faktor: „Seit einem Jahr laufen die Planungen, wie der Stau auf der Hönnetalstraße entschärft werden kann – was ist seitdem passiert?“ Diverse Veranstaltungen in der Sparkasse und im Rathaus haben stattgefunden, Verkehrsbeobachtungen wurden durchgeführt, das Innenstadtkonzept mit einbezogen – die TU-Siegen hat Balve deshalb sogar als Thema einer Master-Arbeit ausgewählt. 

„Dann ist es mit Balve vorbei“ 

„Wie lange soll noch gewartet werden, bis endlich gehandelt wird?“, fragt der Fachhandel-Vorsitzende und hat dabei keine Antwort parat. „Auf was warten die Studien eigentlich noch? Denn, wenn noch mehr Läden schließen, dann ist es mit Balve vorbei.“ Es sollte seiner Meinung nach jetzt gehandelt werden, „die Zeit der Treffen ist vorbei“.

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