Vereinsvermögen geht an Bürgerstiftung über

Anton Lübke (rechts) ist am Montag zum neuen Beisitzer des Fördervereins gewählt worden. - Fotos: Kolossa

Balve -  77 000 Euro aus seinem Vereinsvermögen stellt der Förderverein St. Marienhospital Balve der Bürgergesellschaft zur Mitfinanzierung des Gesundheitscampus Sauerland zur Verfügung. Das haben die Mitglieder am Montag beschlossen. Um die Geldübertragung zu ermöglichen, hatte der Vereinsvorstand seit der Mitgliederversammlung im Dezember eine neue Satzung erarbeitet.

Da das Marienhospital geschlossen wurde und somit der eigentliche Vereinsvermögenszweck nicht mehr existent ist, wurde der zweite Paragraph der Satzung neu formuliert. Über diese Änderung stimmten die Mitglieder nun im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal des Rathauses ab.

43 der Anwesenden stimmten dafür, das aktuelle Vereinsvermögen zu übertragen. Es gab jeweils eine Enthaltung und eine Nein-Stimme. Durch die Satzungsänderung verfolgt der Verein auch weiterhin ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, allerdings nun „zur Sammlung von Spenden zur Weiterleitung an die Balver Bürgergesellschaft (UG) haftungsbeschränkt“. Nach der Übertragung der 77 000 Euro bleiben noch 2000 Euro in der Kasse, um die laufenden Kosten decken zu können.

Alfons Rath, Geschäftsführer der Bürgergesellschaft, bedankte sich bei den Anwesenden für diese Entscheidung. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er: „Die Immobilie ist noch nicht komplett bezahlt, sondern wird zum Teil noch mit Krediten finanziert.“

Hubertus Mühling, der Vorsitzende des Fördervereins, hatte vorab erklärt, die Bürgergesellschaft habe das Krankenhaus für 230 000 Euro erworben, hinzu kämen die Nebenkosten. Derzeit werde die Finanzierung von der Bürgergesellschaft gestemmt. Bisher habe sich die Kreditsumme noch 85 000 Euro belaufen – nach der Finanzspritze des Fördervereins seien die Schulden nun auf weniger als 10 000 Euro gesunken. Wenn das Haus schuldenfrei sei, gehe es in den Besitz der Bürgerstiftung als Betreiber über. Die von Mühling genannten Zahlen wollte Rath im Gespräch mit dieser Zeitung nicht bestätigen.

Wahlen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Hiltrud Schulte wurde als Geschäftsführerin im Amt bestätigt, Anton Lübke ist nun neuer stellvertretender Vorsitzender. Nicht mehr im Vorstand sind die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Klaus-Peter Sasse (Neuenrade) und Martin Hustadt (Sundern). Beide haben ihre Städte im Förderverein vertreten und ziehen sich nun nach der Schließung des Krankenhauses aus der Vorstandsarbeit zurück.

Hubertus Mühling kündigte an, bis zur nächsten Sitzung im Herbst mit Unterstützung des Rechtsanwaltes August Watermann erneut eine neue Satzung für den Förderverein ausarbeiten zu sollen. Dann steht der neue Verwendungszweck der laufenden Einnahmen im Mittelpunkt. Während einer Probeabstimmung zeigte sich am Montag, dass der größte Teil der anwesenden Vereinsmitglieder – insgesamt sind es 366 – künftig die Bürgerstiftung unterstützen wollen. „Mit der Summe von mehr als 10 000 Euro, die jährlich als Mitgliedsbeiträge zusammenkommen, soll die medizinische Versorgung im Gesundheitscampus unterstützt werden“, lautete die Meinung der Mehrheit. Bürgerstiftungs-Gesellschafter Martin Gruschka bestätigte, in diesem Zusammenhang, dass sachbezogene Spenden möglich seien.

Ob der Förderverein künftig tatsächlich den Gesundheitscampus unterstützen wird, soll sich im Herbst entscheiden. Dann soll die neue Satzung vorliegen und die Mitglieder können darüber abstimmen. Bis dahin sollen keine Mitgliederbeiträge eingezogen werden, hieß es.

Hubertus Mühling zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis der Versammlung: „Damit haben wir ein Stück Sicherheit für die Zukunft.“

Von Julius Kolossa

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