Alters-Simulation im Campus

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Die Besucher der Veranstaltung konnten einen speziellen Alters-Simulationsanzug ausprobieren.

Balve - Wer am Samstag in den Gesundheitscampus gekommen war, um die Veranstaltung des Treffpunkts Demenz zu besuchen, der hatte die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit um viele Jahre zu altern: Ein spezieller Alters-Simulationsanzug ermöglichte Interessierten die Reise ins eigene Rentenalter.

Unter dem Motto „Erlebnis Alter“ hatten die Verantwortlichen des Treffpunkts gemeinsam mit dem Team der Apotheke am Drostenplatz eingeladen. Die Fachleute der Apotheke hatten Wissenswertes zum Thema „Medikamenteneinnahme“ mitgebracht. Zudem erklärten sie den Zuhörern, dass es auch und gerade im Alter wichtig sei, täglich mindestens zwei Liter Wasser zu trinken. 

Natürlich wurde auch über die Krankheit Demenz gesprochen. Heike Guth-Mindhoff, die Vorsitzende des Vereins Treffpunkt Demenz Balve, warb für mehr Offenheit im Umgang mit der Krankheit. Gerade Angehörige sollten sich nicht scheuen, die diversen Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, erklärte Guth-Mindhoff.

Ein besonderes Erlebnis stand denjenigen bevor, die sich dazu entschlossen hatten, den Alters-Simulationsanzug anzulegen, den das Bundesministerium für Familie zur Verfügung gestellt hatte. Die Balverin Angelika Schulte schilderte ihre Erfahrungen: „Ich kann viel schlechter laufen. Ungelenkig bin ich geworden, und mein Sichtfeld ist sehr stark eingeschränkt.“ Der mit Gewichten, Kopfhörern und diversen Brillen ausgestattete Anzug sorgte dafür, dass die Testpersonen plötzlich sehr viel schlechter laufen, hören und sehen konnten. 

Nur mit Begleitung machten sich die jeweiligen Probanden auf den Weg. „Wo ist denn jetzt hier die Treppe?“, fragte Klaus Mindhoff erschrocken, der den Anzug mit Hilfe seiner Frau ausprobierte. Als er die verschiedenen Anzug-Elemente wieder ablegte, war er sichtlich erleichtert: „Man kommt ins Schwitzen.“ 

Heike Guth-Mindhoff freute sich nicht nur darüber, dass circa 50 Personen in den Campus gekommen waren. „Es war uns wichtig, dass wir viele Gespräche geführt haben und die Leute jetzt wissen, dass es uns gibt.“ 

Die Vorsitzende des Vereins hofft, dass die wöchentlichen Angebote für Demenzerkrankte demnächst noch stärker gefragt sein werden. Informationen zum Angebot des Treffpunkts Demenz gibt es telefonisch unter 0 23 75/ 20 44 00 und im Internet unter www.treffpunkt-demenz-balve.de.

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