Verein für Jugendhilfe in Balve hat sich aufgelöst

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Das letzte Treffen des Vereins zur Jugendhilfe in Balve, bei dem auch Bürgermeister Hubertus Mühling anwesend war, endete mit einem Rückblick auf 40 Jahre Jugendarbeit.

BALVE -  „Wir gehen nicht als Verlierer auseinander, sondern als Gewinner – wir haben ein Jugendzentrum für Balve geschaffen“, hob Rudolf Rath die Stimmung, als während der Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Jugendhilfe in Balve am Montag einstimmig von den sechs Mitgliedern die Auflösung beschlossen wurde.

Von Julius Kolossa

So umfangreich wie die Vorbereitung der Vereinsgründung sei auch das Ende gewesen, stellte Rudolf Rath fest. Er und Carmen Püttmann als die letzten stellvertretenden Vorsitzenden und Christel Bathe als Geschäftsführerin bildeten den abschließenden geschäftsführenden Vorstand des 1974 gegründeten Vereins. Weil der Verein seine damals selbst gestellte Aufgabe „Jungen Menschen Freiraum für Unterhaltung und Begegnung im Kommunikationsbereich zu geben und dem Spieltrieb und Bewegungsdrang der jungen Menschen Platz zu schaffen“ inzwischen als erledigt ansieht, hat sich der Vereinszweck erfüllt. Die Fortführung ist bereits seit 20 Jahren mit dem von der Stadt getragenen Jugendzentrum und seit einiger Zeit durch die Leitung mit Christian Croce als pädagogischer Fachkraft gegeben. Ein Geldverwahr-Verein für Einnahme und Ausgabe der Beiträge der noch verbleibenden 109 Mitglieder sollte nicht das weitere Ziel sein, so die Meinung des Vorstands.

Es folgte vor zwei Wochen die Mitgliederversammlung, auf der der Weg zur Auflösung geebnet werden sollte (wir berichteten), am Montag wurde diese dann formell beschlossen. Um 19.21 Uhr fiel die Entscheidung darüber, kurz danach wurden Christel Bathe und Rudolf Rath als Liquidatoren bestimmt, die nach den Vorschriften des Vereinsgesetzes die Vereinsgeschäfte noch ein Jahr weiter führen werden. So war um 19.23 Uhr alles gesagt, was gesagt werden musste, doch so schnell wollten die letzten Versammlungsteilnehmer, darunter Friedhelm Teutenberg und Matthias Sauerland, Kreisjugendamt, und Bürgermeister Hubertus Mühling, das letzte Treffen nicht enden lassen. Es folgte ein Rückblick auf 40 Jahre, in denen Franz Gercken das Logo der „TOT“ entworfen und im Zeitraum von 1971 bis 1993 eine Chronik über die Jugendarbeit verfasst hat. Diese wurde an den Bürgermeister im Namen der Stadt für das Archiv übergeben, und auch Rudolf Rath übergab offiziell die von ihm aufgearbeitete Vereinsgeschäfte (wir berichteten) an die städtische Institution mit Sitz in der Realschule.

Die Idee kam 1960 auf, offene Jugendarbeit als Begriff der Gemeindearbeit mit einzubinden. 1971 wurde dann die Balver „TOT“ ins Leben gerufen, am 8. Juli 1974 der Verein zur Förderung der Jugendhilfe mit Vikar Elmar Nübold, Engelbert Falke, Anton Grewe, Georg Schulte, Dechant Josef Löcker, Alois Köster, Helga Herr und Rudolf Rath gegründet. Es fogte eine Zeit, in der die „Offene Tür“, so Rudolf Rath mit einem schlechten Ruf zu kämpfen hatte, weil manche Jugendlichen mit aggressivem Auftreten die Arbeiten erschwert hätten. Das Durchgreifen der Betreuer und auch das Herauswachsen dieser Generation aus der angesprochenen Klientel der Kinder und Jugendlichen hätten für Ruhe gesorgt, um die vielen Kurse, Interessengemeinschaften sowie der Nachwuchsschulung für Musikvereine und Kinderchor durchführen zu können. Rudolf Rath stellte fest: „Wir haben unsere Aufgabe erfüllt und für einen geordneten Rückzug gesorgt.“

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