Projekt

Geschichtspark soll touristische Highlights von Balve bündeln

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Die Luisenhütte soll das Herzstück des Projekts „Geschichtspark Balve“ werden. Unter anderem sollen sich besucher bald Kurzfilme über das Smartphone anschauen können.

Balve - Die Stadt Balve weiß um ihre Sehenswürdigkeiten, die sich nach der St.-Blasius-Kirche wie Perlen auf einer Kette hintereinander aufreihen: die Höhle als Europas größte Kulturhöhle, das barocke Schloss Wocklum mit seiner Reitturnieranlage, die Reste einer mittelalterlichen Wallburg, das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stadt und die Luisenhütte.

Diese wird vom Märkischen Kreis als vorindustrielles Industriedenkmal und Museum unterhalten, ist darüber hinaus seit 2004 zudem ein kulturelles Baudenkmal von nationaler Bedeutung. All diese touristischen Highlights standen bisher für sich, mussten jeweils isoliert um Aufmerksamkeit werben. Damit soll bald Schluss sein, denn seit Herbst wurde im Rathaus ein Konzept erarbeitet, das dieses gesamte kulturhistorische Potenzial der Hönnestadt als „Geschichtspark Balve“ bündeln soll.

Einen ersten Erfolg hatte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) mit diesem Konzept verbuchen können, als er dieses unter dem Motto „Menschen-Orte-Heimat“ jüngst den Mitgliedern des Fördervereins der Luisenhütte vorstellte (wir berichteten). Zudem stellt der Förderverein beim zuständigen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes einen Antrag auf Förderung durch ein „Heimat-Zeugnis“, um weitere finanzielle Mittel für das Großprojekt „Geschichtspark“ zu bekommen.

Diese neue Form des Erlebens von Geschichte in Balve könnte eventuell schon 2021 beginnen. Das Konzept jedenfalls lässt dafür viel Raum. So soll sich der Besucher auf einen neuen Fußweg machen. Dieser verläuft zwischen der Höhle und der Luisenhütte mit dem Museum, Dort schließt die Route an den Rundweg um die historische Fliehburg auf dem Burgberg an. Darin eingebunden ist Schloss Wocklum. Das Wegesystem ist mit QR-Codes an 16 Hinweistafeln ausgestattet, wo Informationen über die historischen Orte bereitgehalten werden.

In der Balver Höhle werden auch wieder Führungen angeboten. Dafür wird auf Anregung der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft als Betreiber des Felsendoms das Kassenhaus aufgewertet. Nicht nur optisch soll es anders gestaltet werden, zusätzlich wird eine Infosäule aufgestellt. Eine Übersichtskarte über den „Geschichtspark Balve“ soll in der „Hüttenschänke“ der Luisenhütte installiert werden. Alle Sehenswürdigkeiten sind hier miteinander verbunden – und Informationen per Knopfdruck abrufbar.

Attraktiver soll ein Besuch der Luisenhütte werden, die seit Jahren um Besucher kämpft. Jetzt wird digital und medial aufgewertet, um auch den Anforderungen und Bedürfnissen der jüngeren Generation entgegen zu kommen. Das eigene Smartphone kommt bei 20 Kurzfilmen zum Einsatz, die auf Deutsch, Englisch oder Niederländisch abgerufen werden sollen – und dies, ohne eine App herunterladen zu müssen.

Vorgesehen war außerdem, in diesem Jahr noch ein Video in verständlicher Sprache über die Geschichte dieses Industriedenkmals zu drehen. Wann dieses realisiert werden kann, bleibt allerdings wegen des nicht absehbaren Verlaufs der Corona-Pandemie vorerst offen.

Aber so ganz ohne Informationsschilder geht es dann doch nicht. Diese werden an wichtigen Standorten in der Luisenhütte stehen – dem Betrachter kommen sie mit QR-Codes entgegen.

Diese gesamte Konzeption für den „Geschichtspark Balve“ wird zurzeit von der Bezirksregierung Arnsberg geprüft, danach an das Heimatministerium weitergeleitet – anschließend hoffen die Stadt Balve und den Märkische Kreis auf entsprechende Fördermittel als Unterstützung, um das Großprojekt auch zeitnah realisieren zu können.

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