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Vater erhebt schwere Vorwürfe: Mobbing an Realschule im MK?

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Von: Julius Kolossa

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An der Realschule in Balve soll es zu schweren Mobbingvorfällen gekommen sein.
An der Realschule in Balve soll es zu schweren Mobbingvorfällen gekommen sein. © Kolossa, Julius

Gibt es an einer Realschule im Märkischen Kreis ein Mobbing-Problem? Ein Vater erhebt schwere Vorwürfe, berichtet gar von gewalttätigen Auseinandersetzungen. Seine Tochter sei mittlerweile so verängstigt, dass sie nicht mehr zur Schule wolle.

Balve – „Das Mobbing-Problem ist seit dem Auftritt von TV-Star Carsten Stahl an der Balver Realschule nicht besser geworden.“ Peter Müller*, Vater zweier Töchter, die die Städtische Realschule Balve besuchen, erhebt schwere Vorwürfe.

StadtBalve
Einwohner11.217 (31. Dez. 2020)
KreisMärkischer Kreis

Vater erhebt schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Realschule im MK

Seine jüngere Tochter in einer der 5. Klassen werde immer wieder von einem anderen, gleichaltrigen Mädchen nicht nur beleidigt, sondern auch geschlagen. „In dieser Woche hat meine Tochter einen Antrag in der Schule gestellt, die Klasse zu wechseln.“

Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Müller* eine Entwicklung zwischen den beiden Mädchen, die einst im Kindergarten dicke Freundinnen waren, und sich seit der Grundschulzeit immer mehr entfremden. Dabei, so Müller*, werde die ehemalige Freundin mittlerweile auch gewalttätig. Essen sei seiner Tochter über den Kopf geschüttet worden, einmal sei sie so heftig gewürgt worden, dass die Blutergüsse am Hals lange sichtbar waren. „Und auch am Ellenbogen wurde sie verletzt.“

Wenig praktikabler Lösungsvorschlag

Peter Müller* wurde selbstverständlich aktiv, setzte sich mit der Schulsozialarbeiterin Martina Reisloh in Verbindung. „Diese teilte uns mit, dass die Mädchen sich aus dem Weg gehen sollten“, schilderte er den wenig praktikablen Lösungsvorschlag. Besser wurde die Situation im Laufe der Zeit deshalb nicht, so dass seine Tochter schließlich nicht mehr zur Schule gehen wollte.

„Es glaubt ihr keiner, was mit ihr passiert“, so Müller*. „Vor allem: das andere Mädchen nimmt sie in die Mangel, wenn keiner dabei ist und drückt auf die Tränendüse, wenn ein Erwachsener auftaucht.“ Von den Verantwortlichen der Realschule fühlt er sich im Stich gelassen: „Mobbing sollte nicht unter den Teppich gekehrt werden.“ Deshalb sah sich Müller* gezwungen etwas zu unternehmen und veröffentlichte den gesamten Sachverhalt zunächst in den sozialen Netzwerken. „Das bleibt auch alles drin“, will er sich dem Druck der Klassenlehrerin nicht beugen, die am Freitag gefordert habe, sämtliche Beiträge zu löschen. „Ich sehe an den Kommentaren, dass auch andere Kinder an dieser Schule betroffen sind.“ Als Reaktion auf seine Veröffentlichung sei in dieser Sache nun zumindest ein Gespräch mit der Schulleitung und der Schulsozialarbeiterin angesetzt.

Schulleiterin bestätigt Streitigkeiten

Dies bestätigte Schulleiterin Nina Fröhling auf Anfrage der Redaktion: „Es findet ein Gespräch anlässlich von Streitigkeiten zwischen zwei Kindern im 5. Jahrgang statt.“ Und: „Unsere Schulsozialarbeiterin arbeitet seit einiger Zeit mit beiden Kindern.“ Weiter äußern zu dieser Mobbing-Problematik wollte sich Fröhling auch auf Nachfrage nicht.

Genau zu diesem Thema war im Jahr 2018 TV-Star Carsten Stahl (Doku-Serie „Privatdetektive im Einsatz“) für einen Tag zu Gast an der Realschule. Stahl hat ein bewegtes Leben hinter sich. Er war Chef in der kriminellen Berliner Szene, aber auch Kampfsportler und Personenschützer. Vor allem aber war er in der Jugend selbst Mobbing-Opfer, ebenso später sein Sohn. Deshalb hat er es sich zur Aufgabe gemacht, das Mobbing möglichst aus den Schulen zu verbannen. Die Aktionen des Berliners hätte die Kinder nachhaltig bewegt, sagte Schulleiterin Nina Fröhling damals. Für die seitdem neu auf die Schule gekommenen Jugendlichen könnte nun eine Neuauflage des „Stoppt Mobbing“-Projekts aber wohl nicht schaden. JULIUS KOLOSSA

*Anm. d. Redaktion: Der Name des Vaters ist der Redaktion bekannt. Wir haben ihn geändert, um seine Tochter zu schützen.

Eine Kooperation zwischen einem Jugendzentrum und einer Schule im MK soll die soziale Kompetenz von Schülern stärken.

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