Videoüberwachung gegen blinde Zerstörungswut

Die sinnlose Zerstörungswut an den Mammuts kommt die Sparkasse teuer zu stehen: 900 Euro hat die Reparatur eines Stoßzahns gekostet. Der Idee, die Statuen mit Kameras überwachen zu lassen, steht Anton Lübke jedoch kritisch gegenüber. - Fotos Kolossa

BALVE -  „Vandalismus? – Das geht gar nicht!“, sind sich die Balver einig, dass es sich nicht gehört, fremdes Eigentum zu zerstören, und auch „ihre“ Mammuts, die das Stadtbild verschönern, gehören dazu. „Um die 900 Euro hat die Reparatur eines Stoßzahns gekostet“, erzählt Anton Lübke, Regionaldirektor der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, welche Sonderausgaben auf das Balver Geldinstitut vor einiger Zeit hinzugekommen sind.

Von Julius Kolossa

Auch wenn die Sparkasse eine solche Summe leichter verschmerzen kann als andere, so war es doch ärgerlich, eines Morgens das demolierte Mammut vorzufinden. „1000 Euro in der Anschaffung, 1000 Euro für die Lackierung, und dann noch die fast 1000 Euro für die Reparatur, die, weil durch Vandalismus entstanden, keine Versicherung bezahlt“, rechnete Anton Lübke vor, warum jeder Mammut-Besitzer sein Eigentum beschützt wissen will. Und da hat Stephanie Kißmer, Stadtmarketing-Geschäftsführerin, die Idee der Videoüberwachung.

Kameras, die nur den unmittelbaren Bereich vor jedem Mammut erfassen und damit mögliche Vandalen an der Zerstörung hindern oder deren Ergreifen ermöglichen sollen, stoßen auf Kritik. Die Privatsphäre eines Menschen sei schützenswerter als ein Mammut, meinen einige, andere stellen die Kosten den Nutzen gegenüber, wieder andere befürworten diese Maßnahme. Eventuell wäre ein Sicherheitsdienst die bessere Lösung, die Mammuts, die meistens nach Veranstaltungen in der Balver Höhle demoliert werden, zu schützen; zurzeit laufen Gespräche mit dem Unternehmen WKN aus Neuenrade.

In den Geschäftspausen und nach Feierabend verschwinden die Mammuts aus dem Stadtbild, denn in den Geschäften sind sie sicherer als auf der Straße. Das Autohaus Pape hat diese Konsequenz schon lange gezogen, war doch das Mammut in Sichtweite der Höhle vor einiger Zeit bevorzugtes Ziel von Vandalismus.

„Eigentllich müsste der Appell an die Vernunft hier nützen“, meinte Anton Lübke. Auch er sieht die Mammuts als Sympathieträger, die für die Verschönerung des Stadtbildes ideal sind. „Der Aktionismus hat sich verlagert: früher wurden Blumenkästen ausgeleert, heute Mammuts zerstört.“ Er steht der vorgesehenen Videoüberwachung skeptisch gegenüber: „Manche könnten sich herausgefordert fühlen, und sich vielleicht mit Karnevalsmasken versuchen zu profilieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare