Schulalltag wird zur Herausforderung

"Unzumutbar": Kritik an Maskenpflicht aus der Realschule

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Eine volle Aula wie noch im vergangenen Jahr wird es bei der Begrüßungsfeier für die neuen Fünftklässler in der nächsten Woche coronabedingt nicht geben.

Balve – Auch in Zeiten der Corona-Pandemie verzichtet die Städtische Realschule Balve nicht auf die traditionelle Begrüßungsfeier der neuen Schüler am ersten Tag nach den Sommerferien.

Gegenüber den Vorjahren wird sich allerdings vieles ändern – und das gilt nicht nur für den ersten Schultag. „Es gibt keine Geselligkeit und kein Café für unsere 65 Fünftklässler, die am Mittwoch ab 10.30 Uhr begrüßt werden“, fasste Rektorin Nina Fröhling zusammen. „Jedes Kind darf nur von einem Elternteil begleitet werden.“ 

Unterrichtet werden die Schüler in drei Klassen: in der 5a von Julia Rinnewitz, in der 5b von Nadine Jami und in der 5c von Philipp Fischer. „Der Unterricht findet mit Schutzmaske statt“, blickt die Schulleiterin auf das neue Schuljahr – und dies mit viel Skepsis. „Masken sind für Kinder eigentlich unzumutbar: Wegen der gedämpften Aussprache durch die Maske ist diese für Hörgeschädigte eine pädagogische Katastrophe“, findet die Schulleiterin. 

Mimik und Gestik geht verloren

Ebenso für Kinder aus anderen Ländern, die Deutsch lernen sollen, aber auch im Fremdsprachenunterricht. „Es kommt sehr viel auf Mimik und Gestik an“, betonte Nina Fröhling. „Wir werden uns an diese Vorgaben halten, wissen aber, dass diese im Schulalltag eine sehr große Herausforderung sind.“ 

In den vergangenen Tagen wurde das neue Schuljahr an der Realschule in Konferenzen und Workshops geplant. Keine Lösung haben die 30 Lehrer dafür gefunden, wie sie bei 420 Mädchen und Jungen die Kontrolle der Maskenpflicht gewährleisten sollen. „In den Pausen haben jeweils zwei Kollegen die Aufsicht. Und diese müssen auf Abstand und das Tragen der Masken achten, aber auch auf die Einhaltung unserer sonstigen Schulregeln“, sagt Fröhling. 

Pflicht besteht vorerst bis Ende August

Es wird ein ganz anderes Schuljahr auf Lehrer und Realschüler zukommen, eines in dem die Mund-Nasen-Bedeckung eine große Rolle spielen wird. Nina Fröhling: „Die Pflicht dazu besteht vorerst bis Ende August. Das damit angestrebte Ziel, Infektionsherde zu verhindern, kann damit erreicht werden. Aber im Unterricht eine Maske zu tragen, das sehe ich sehr kritisch.“ 

Damit nicht genug, sind die Kinder selbst für „ihre“ Maske verantwortlich. Sie müssen sich selbst bevorraten, denn die Realschule selbst hat nur 320 Stück auf Lager; und diese, so Nina Fröhling, vorerst einmalig. Sie rechnet vor: „Wir haben 30 Lehrer, und jede Maske wird nach 60 Minuten eigentlich unwirksam…“ Glücklich ist sie mit der Vorgabe der Landesregierung nicht, während sie die anderen Seiten des Hygienekonzepts dagegen befürwortet: „Das mit der regelmäßigen Handhygiene ist eine super Sache.“

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