Unwetter-Szenario: Führungskräfte proben den Ernstfall

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Im Feuerwehrgerätehaus in Balve saßen die Mitglieder des Krisenstabs zusammen, um die Einsätze zu koordinieren.

Balve - Eine nicht alltägliche Übung fand am Wochenende im Feuerwehrgerätehaus Balve statt. Zwölf Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr, unter ihnen Stadtbrandinspektor Frank Busche und sein Stellvertreter Oliver Prior, nahmen daran teil.

Diese sogenannte Stabsrahmenübung verlangte den Wehrverantwortlichen alles ab. 

Denn konstruiert wurde ein Szenario einer lokal stark begrenzten Unwetterfront. Starkregen, Hagel und Orkanböen brachen über die Hönnestadt herein. Die Folgen: umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, Blitzeinschläge, Probleme in Industriebetrieben und unpassierbare Straßen. 

Innerhalb kurzer Zeit wurde im Feuerwehrgerätehaus ein Stab eingerichtet, um von hier aus die Einsätze zu koordinieren und somit die Kreisleitstelle zu entlasten. In kurzen Abständen gingen viele Meldungen über umgestürzte Bäume, Hochwasser und Brände ein. Auch die Evakuierung einer Pflegeeinrichtung stand bevor. Dann hieß es plötzlich: Bei Volkringhausen ist ein Kind in die Hönne gestürzt. 

Dringlichkeit der Einsätze wird geprüft

Die Stabmitglieder im Gerätehaus mussten die Dringlichkeit der Einsätze prüfen und die Löschgruppen zu den Einsatzorten schicken. Vorrangig waren dabei Einsätze, wo Menschenleben auf dem Spiel standen sowie Hausbrände und die Probleme im Industriegebiet. Welche Einsätze dabei oberste Priorität genießen, diese Entscheidungen wurde von den Fachkräften der Feuerwehr Balve getroffen. 

Insgesamt 110 Feuerwehrkameraden aus dem gesamten Stadtgebiet galt es gezielt und effizient einzusetzen. Zusätzlich warteten Kräfte des Technischen Hilfswerks, Roten Kreuzes und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf Anweisungen. Auch die Hilfe von Feuerwehren aus den Nachbarstädten wurde angefordert. 

Ziel dieser Übung war es, die Arbeit des Stabes der Balver Feuerwehr zu schulen, Koordinationsprozesse abzugleichen und schon etablierte Strukturen auf ihre Krisenfestigkeit zu überprüfen. Es war die erste Stabsrahmenübung dieser Art in der Hönnestadt. Das „Drehbuch“ hatte Christian Bölke, Löschzugführer Volkringhausen-Eisborn-Beckum, geschrieben, der mit Heiner Tillmann, Löschzugführer Balve-Langenholthausen-Mellen, die Abläufe im Gerätehaus beobachtete.

Über fünf Stunden unter Stress 

Über rund fünf Stunden standen die Balver Führungskräfte unter Stress, mussten unter Druck immer wieder schwierige Entscheidungen zu treffen. Um dies immer wieder trainieren zu können, wird es nicht die letzte Übung dieser Art gewesen sein. Wie die Übung abgelaufen ist, wird jetzt ausgewertet. Das Ergebnis soll in etwa 14 Tagen vorliegen.

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