Unvergessliche Klassik-Nacht

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Die drei Solisten begeistern das Publikum in der Balver Höhle. ▪

BALVE ▪ Das einzig Nicht-Italienische bei der Italienischen Nacht des Festspielvereins Balver Höhle waren die Temperaturen. Hätte sich der Samstagabend mit einer goldroten Sonne präsentiert, wären sicherlich noch etliche der insgesamt 650 Gäste auf dem Vorplatz des Balver Felsendoms geblieben, um das eben erlebte Konzert und seine Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Dennoch wurde die Premierenveranstaltung des Festspielvereins ein voller Erfolg.

Bereits zwei Stunden vor Beginn der Italienischen Nacht strömten die Gäste zur Höhle – die Mitglieder des Festspielvereins reichten typisch italienische Köstlichkeiten. Vor allem die Antipasti-Platten waren besonders gefragt und somit auch schnell ausverkauft. Doch die Ehrenamtlichen hatten vorgesorgt – die von ihnen selbst gemachte grüne und rote Pesto mit Weißbrot gab es den Abend über noch zu Genüge. Lediglich in der Pause mussten die Gäste eine kurzweilige Verzögerung in Kauf nehmen – der angebotene Weiß- und Rotwein wurde so zahlreich bestellt, dass für kurze Zeit keine Gläser mehr zur Verfügung standen. Doch das nahmen die Konzertbesucher mit der bekannt „italienischen Gelassenheit“.

Bürgermeister Hubertus Mühling, der in seiner Begrüßungsansprache den Besuchern einen kulinarischen wie kulturellen Genuss in einzigartiger Atmosphäre versprach, sollte recht behalten. Und Werner Traud, Repräsentant des Festspielvereins, versprach dem Publikum große italienische Opern, „die Sie mitnehmen auf eine musikalische Reise durch unser Nachbarland“. Auch diejenigen, für die die Klassik ein eher unbeschriebenes Blatt ist, wurden von der Musik mitgerissen – unweigerlich summten viele die Melodien bekannter Arien von Rossini, Mozart, Puccini und Verdi mit.

Unter der Leitung von Markus Elsner, der zu den einzelnen Programmpunkten kurze Erläuterungen gab, erlebte das Publikum ein Klassikkonzert, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Jene die behaupten, dass klassische Musik die einzig wahre Musik ist, wurden an diesem Abend bestätigt. Die überzeugenden Solisten erfüllten mit ihren gewaltigen Stimmen den Felsendom – die einzigartige Akustik zeigte beim Publikum Wirkung. Katja Börnder (Sopran), Han-Bo Jeon (Tenor) und Daniel Fiolka (Bariton) bewiesen zudem, dass zum klassischen Gesang auch schauspielerisches Können gehört. Somit wurde auch den nicht des Italienisch Mächtigen die Aussagen der Arien aus den Opern Der Barbier von Sevilla, Don Giovanni, Madame Butterfly, La Bohème oder Aida deutlich.

Klassik ist nicht nur die Musik großer Komponisten, sondern auch die Musik der großen Gefühle, was von den drei Solisten ausdrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Liebe, Heiterkeit, Hinterlist, Leid und Tod prägte das musikalische Programm. Mit stehenden Ovationen und tosendem Applaus zollte das Publikum den Ausführenden seinen Respekt – klar, dass nach einer derart beeindruckenden Leistung die Sänger und die Musiker des Venezia Festival Orchestras nicht ohne Zugabe entlassen wurden. Mit dem Trinklied aus La Traviata, Funiculi Funicula und dem weltbekannten O sole mio fand der Italienische Abend einen würdevollen Ausklang. ▪ sr

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