Rückkehr in Distanzunterricht

Unterricht in der Pandemie: Das ärgert Balves Schulleiterinnen

Nina Fröhling, Leiterin der Städtischen Realschule Balve.
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Nina Fröhling, Leiterin der Städtischen Realschule Balve.

Schule findet ab Montag, 12. April, nur für die Abschlussjahrgänge im Präsenzunterricht statt, alle anderen Jahrgänge werden wieder einmal von zu Hause im Distanzunterricht beschult. Was sagen die Verantwortlichen der Balver Schulen dazu?

Balve ‒ Schule findet ab Montag nur für die Abschlussjahrgänge im Präsenzunterricht statt, alle anderen Jahrgänge werden wieder einmal im Online-Unterricht beschult. „Diese Entscheidung des Schulministeriums war auf Grund der steigenden Ansteckungszahlen absehbar“, sagte dazu die kommissarische Schulleiterin der Hauptschule, Angelika Rotermund..

Für ihre Hauptschule bedeutet dies, dass die 19 Schüler der Abschlussklasse am Krumpaul unterrichtet werden. Der neunte Jahrgang bleibt wie in den bisherigen Lockdowns in Schulzeiten auf Distanz.

Hauptschule: Regeln für Zehntklässler

„Es gibt einige Schüler, die sich im Dauer-Ferien-Modus befinden“, stellt sie dar, dass es im Online-Unterricht durchaus auch an Disziplin mangelt. „Schüler brauchen aber eine Tagesstruktur.“ Selbstdisziplin im Distanzunterricht sei dringend erforderlich, aber nicht immer abrufbar. Dafür werden alle Zehntklässler in die Pflicht genommen, sich zwei Mal in der Woche einem Corona-Schnelltest zu unterziehen. Angelika Rotermund: „Wer sich nicht testen lassen will, der darf nicht in der Schule am Unterricht teilnehmen.“

Das fordert die Realschul-Leiterin

So wird es auch in der Realschule durchgezogen. „Auf freiwilliger Basis vor den Osterferien haben sich 20 Prozent der Schüler nicht testen lassen“, so Nina Fröhling, Realschul-Leiterin. „Diese Zahl ist zu hoch, denn immerhin sind alle in der Verantwortung.“ Dabei nimmt sie auch das Kollegium in die Pflicht: „Es ist nicht verantwortbar, dass Lehrer bisher nicht geimpft werden dürfen – ich fordere ein Impfangebot für Lehrer, damit diese und damit auch die Schüler geschützt werden.“

Nina Fröhling hat ihr Kollegium auf die neue Situation ab der nächsten Woche eingestellt. „Unsere Kollegen erschüttert nichts mehr, nachdem sie im vergangenen Jahr sich immer wieder flexibel an die Vorschriften anpassen mussten.“ Im Distanzlernen seien alle geübt; für die Schüler bestehe das Angebot, die PCs in der Realschule zu nutzen, wenn Distanzunterricht aus technischen Gründen zu Hause nicht möglich sei. „Das wurde bisher nur vereinzelt angenommen.“

Notfallbetreuung gewährleistet

Auch eine Notfallbetreuung sei gewährleistet. „Die soll nur genutzt werden, wenn Eltern bei Krankheit oder Beruf unterstützt werden müssen.“ Jedenfalls sind ab Montag 58 Schüler der beiden 10. Klassen wieder im Wechselunterricht an der Realschule. Sie bereiten sich dabei auf ihre Zentralen Abschlussprüfungen vor. „Diese hätten sich, wie sie mir erzählten, gerne mehr Präsenz gewünscht, um besser vorbereitet zu sein.“

Das ärgert die Schulleiterinnen

Bessere Vorbereitung – die wünscht sich die Schulleiterin auch vom Landes-Schulministerium. Die Schulmails würden sehr spät eintreffen, die Aussagen zu unkonkret formuliert. So sieht es auch Angelika Rotermund, die ergänzt: „Man kann nur von Woche um Woche planen. All dies ist nicht befriedigend.“

Nina Fröhling hat inzwischen schon das Unwort des Jahres für sich gefunden: „Präsenz- und Distanzunterricht.“ Sie begründet dies so: „Wir als Lehrer wünschen uns nur den ganz normalen Unterricht.“

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