Gewerbebetrieben in Balve fehlen Auszubildende und Fachkräfte

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Bei einer Podiumsdiskussion sprachen die heimischen Unternehmer über den Fachkräftemangel.

Balve - Balves Betriebe suchen Auszubildende und Fachkräfte für den gewerblichen Bereich. „Kartonweise liegen uns Bewerbungen für kaufmännische Berufe vor, nur eine Handvoll dagegen für die gewerblichen“, sagt Tobias Müller, Geschäftsführer der Firma Paul Müller.

Müller gehörte zu den Teilnehmern einer Podiumsdiskussion im Rahmen des ersten Unternehmerstammtischs der Stadtmarketing- und Wirtschaftsinitiative Balve in diesem Jahr am Donnerstagabend im THW-Gebäude an der Glärbach. 

Bestätigt in seiner Aussage wurde Müller von Christiane Schulz, Firma Rickmeier. Die bisher bewährte Suche in Schulen und Universitäten nach neuen Mitarbeitern für die Werkstatt und die Maschinenhalle führe nicht mehr zum Erfolg. 

Als mögliche Lösung für das Problem des Fachkräftemangels wurden die in Balve lebenden Flüchtlinge ins Gespräch gebracht. Birgit Schäfer, Gründungsmitglied des Bündnisses für Flüchtlinge, die sich mit anderen Ehrenamtlichen für die schnelle Integration der Geflüchteten mit Deutschkursen und Paten einsetzt, sagte: „Ein großer Teil der Flüchtlinge hat die Integrationskurse abgeschlossen und brennt auf Arbeit oder einen Ausbildungsplatz.“ 

Berufsvorbereitende Maßnahmen

Mit berufsvorbereitenden Maßnahmen werde versucht, diese Personen in den Arbeitsmarkt einzugliedern oder auch durch persönliche Gespräche, wie vor zwei Jahren mit der Firma Paul Müller. Der damals dort als Praktikant tätig gewesene junge Mann sei mittlerweile Auszubildender mit bestandener Zwischenprüfung. Soweit ein Erfolgserlebnis. 

Andererseits sei kürzlich ein Besuch im Jobcenter mit einem anderen Flüchtling enttäuschend verlaufen. Engelbert Falke, ebenfalls Bündnis-Mitglied, der den Geflohenen begleitet hatte, kritisierte das aus seiner Sicht „unpersönliche“ Gespräch. Anders verliefen die direkten Gespräche mit heimischen Firmen und Unternehmen, wenn denn den Ehrenamtlichen solche Stellenangebote bekannt seien. 

Bürgermeister sieht großes Potenzial 

Bürgermeister Hubertus Mühling erkannte in der Gruppe der Geflüchteten großes Potenzial für den Arbeitsmarkt. So seien unter den aktuell 153 anerkannten Flüchtlingen in Balve 100 im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. 

Diskutiert wurde über die gemeinsame Abstimmung der Arbeitsagentur mit den Balver Gewerbebetrieben und dem Bündnis für Flüchtlinge. Heraus kam dabei, dass in einer Testphase im Berufsorientierungsbüro im Realschulgebäude die offenen Ausbildungsstellen den Flüchtlingen entsprechend ihrer Neigungen vorgestellt werden sollen. Von den Flüchtlingen selbst wird erwartet, dass sie einen Lebenslauf vorlegen.

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