Unternehmensberater gibt Balver Betrieben Tipps

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Nützliche Tipps zum Thema Managementsysteme bekamen die 34 Teilnehmer des Unternehmerstammtischs. ▪

BALVE ▪ „Arbeiten Sie an Ihrem Unternehmen, nicht im Unternehmen“ – so wurde der Unternehmerstammtisch gestern Abend auf den Punkt gebracht. Die 43 teilnehmenden Inhaber oder Geschäftsführer heimischer Betriebe nahmen einige Denkanstöße und Initialzündungen mit, um über ihre eigene Unternehmenskultur und ihr Managementsystem nachzudenken.

Unternehmensberater Stephan Jagals, Geschäftsführer der LeanKultur GmbH, machte in den Räumen von Chemie Wocklum deutlich, dass in der Führungsetage alles geregelt und entschieden werden könne. Doch mehrbändige Ordner mit Anweisungen für jeden Arbeitsprozess sollten daraus nicht resultieren, denn letztlich bliebe die Effizienz auf der Strecke. Vielmehr müssten die Mitarbeiter mit ins Boot geholt werden. Denn das, was auf Papier geschrieben steht, muss von Menschen umgesetzt werden. Nicht immer führe dies zum erwünschten Ziel.

Seit vielen Jahren berät Stephan Jagals Betriebe in Sachen „Managementsystem“, wobei er Schwerpunkte auf die Verschlankung der Organisation legt. Erfolg hat dies, wie er mit Beispielen aus der täglichen Praxis belegte, wenn Unternehmenskultur und Managementsystem eine Einheit bilden. Dann fühlen sich Mitarbeiter wohl, neue Mitarbeiter haben weniger Ängste und werden professionell eingearbeitet. Überflüssige Absprachen oder Abläufe werden in einem positiven Arbeitsumfeld reduziert.

Dafür muss die Unternehmenskultur stimmen, die nach Jagals aus Sprache, Werten und der Menge an Erfahrungen besteht. Und die könne nicht erschaffen, lediglich beeinflusst werden. Jeder Chef müsse sich der Bedeutung bewusst werden, wie Mitarbeiter rekrutiert, an den Betrieb gebunden und weitergebildet werden. Außerdem muss er darauf achten, wie mit Fehlern und Verbesserungen umgegangen wird. Jagals: „Diese Beobachtungen sind wichtig für den Unternehmenserfolg.“

Ein Managementsystem stimme Aufgaben und Tätigkeiten aufeinander ab: „Sie sind ein Abbild der Unternehmenskultur“. Fehlt sie, können die Systeme nicht funktionieren. Deshalb stehen auch hier wieder die Mitarbeiter im Mittelpunkt, mit denen einfache, übersichtliche und nützliche Regelungen abgestimmt werden sollten. Dadurch können auch die von Jagals ermittelten sieben Verschwendungsarten – Überproduktion, Wartezeiten, Transport, Arbeitsprozess, hohe Bestände, Bewegung und Fehler – zu einem großen Teil vermieden werden.

„Unternehmenskultur und Managementsysteme spielen eine entscheidende Rolle für Klein-, Mittel- oder Großunternehmen“, so der Referent. Sie müssen auf die jeweiligen Bedürfnisse eines Betriebs abgestimmt werden.

Hilfe gibt es dabei vom Land NRW, das Potentialberatung in Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten fördert. ▪ JK

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