Die unterhaltsamste Schulstunde des Jahres

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Die Physikanten erzeugten Töne mit Hilfe einer Fotozelle und eines Laserstrahls. Bei Experimenten wie diesem gehörte ihnen die ganze Aufmerksamkeit der Realschüler. ▪

BALVE ▪ So viel Spaß haben die Realschüler im Physikunterricht nicht immer: Die Dortmunder Wissenschaftscomedians Die Physikanten sorgten am Montag in der wohl unterhaltsamsten Unterrichtsstunde des Jahres dafür, dass sich rund 600 Kinder und Jugendliche für die Zusammenhänge und Hintergründe des Zukunftsthemas Klimawandel interessierten.

Physik-Lehrerin Simone Weigel, die Die Physikanten bereits an einem Dortmunder Gymnasium erlebt hatte, hatte Schulleiter Wilhelm Boege davon überzeugt, dass die Wissenschafts-Comedy-Gruppe auch bei den Balver Realschülern Interesse für naturwissenschaftliche Zusammenhänge wecken würde. Und so war es dann auch: Fast nebenbei erfuhren die Schüler in einer rasanten Experimente-Folge, dass Kohlendioxid viele positive Eigenschaften hat, aber eben auch Wärme absorbiert. Anschaulich erklärten Die Physikanten, dass die Atmosphäre wie ein Treibhausdach über der Erde liegt und dafür sorgt, dass die durch erhöhten Kohlendioxidausstoß im Übermaß erzeugte Wärme nicht ins Weltall entweichen kann. Die Folge: Die Erde erwärmt sich immer mehr – mit den hinreichend geschilderten Folgen.

Auch über die Ursachen dafür, dass der CO2-Ausstoß in den letzten 200 Jahren um ein Drittel gestiegen ist, erfuhren die Realschüler etwas. Seitdem die Menschen vor fast 300 Jahren begonnen haben, sich die Arbeit durch den Einsatz von Dampfmaschinen zu erleichtern, ist der Energiehunger und damit die CO2-Emission stetig gestiegen. Teilweise umkehren kann man diese Entwicklung durch Einsparung und effizientere Nutzung von Energie.

Doch es gibt auch Möglichkeiten, Energie zu gewinnen, ohne zusätzliche Wärme zu erzeugen. Ein Beispiel dafür ist die Solarzelle, die Licht in elektrische Spannung umwandelt. Anschaulich und hörbar machten Die Physikanten dies in ihrem Laserbass-Experiment: Das Licht eines Laserstrahls fällt auf eine Fotozelle, die an einen Gitarrenverstärker angeschlossen ist. Durch den Strahl ist ein Gummi gespannt. Zupft man am Gummi, erklingt ein Ton.

Experimente wie dieses fesselten die Schüler und ließen die Unterrichtsstunde in Windeseile vergehen. Lehrerin Simone Weigel glaubt aber an die Langzeitwirkung: „In Dortmund haben die Schüler die Lehrer anschließend mit Fragen gelöchert“, sagt sie und ist überzeugt, dass auch die Balver Realschüler gesehen haben, wie faszinierend Physik sein kann. ▪ vg

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