Unfallflucht endet vor dem Amtsgericht

Balve/Menden - Ein 57-jähriger Balver musste sich am Dienstag vor dem Amtsgericht Menden verantworten:

Während aus den Boxen der neu eingebauten Musikanlage des Sportwagens „I put the spell on you“ von Creedence Clearwater Revival dröhnte, bahnte sich am Hinterteil des Wagens ein Unglück an. Auf das Drummer-Solo im Song, folgte ein Zusammenstoß mit einem parkenden Fahrzeug. Der Unfallverursacher, ein Selbstständiger aus Balve, machte keine Anstalten anzuhalten. Stattdessen setzte er seine Fahrt unbeirrt fort.

Die Folge seiner Unfallflucht fand er einige Zeit später im Briefkasten – ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe und siebenmonatiger Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis. Mit der Begründung, den Unfall nicht bemerkt zu haben, legte der 57-Jährige Einspruch gegen die Entscheidung ein. Und so landete der Fall im Amtsgericht Menden.

Dort erklärte der Angeklagte, am Tattag, 3. Dezember vergangenen Jahres, an der Hönnestraße einen Kollegen besucht zu haben: „Ich wollte ihm die neue Anlage zeigen.“ Dann habe er nach Hause fahren wollen. Er habe rückwärts ausgeparkt. „Dann muss ich wohl irgendwo rein gefahren sein, obwohl ich nichts gemerkt habe“, gab der Mann an. An seinem Wagen sei nur eine kleine Beschädigung zu sehen gewesen. Etwas gehört habe er nicht.

Im Gegensatz zu einem Anwohner, der laut Akte in seiner Wohnung den Knall des Zusammenstoßes gehört haben soll. Trotz Ladung war der Zeuge aber nicht erschienen.

Aufgrund des Schadens am anderen Wagen – 2574,12 Euro – müsste der Angeklagte den Aufprall trotz Musik gehört haben, bemerkte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der Balver erklärte schließlich, worum es ihm beim Einspruch gegen den Strafbefehl eigentlich gehe:„Ich bin selbstständig. Ich brauche die Fahrerlaubnis, sonst gehe ich vor die Hunde“. Zwei Tage nach dem Vorfall war ihm die Fahrerlaubnis entzogen worden.

Völlig entfallen konnte eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis nicht. Laut Gesetz durfte die bisherige Dauer des Entzugs angerechnet werden. Die Höhe der noch zu verhängenden Sperre dürfte drei Monate aber nicht unterschreiten, erklärte der Richter. Voraussetzung dafür sei jedoch, die Beschränkung des Einspruchs auf die Rechtsfolge des Strafbefehls.

Darauf ließ sich der Angeklagte, der keine Eintragungen im Vorstrafenregister und im Verkehrszentralregister mitbrachte, schließlich ein. Damit gab er zu, den Unfall bemerkt zu haben und geflohen zu sein.

Das Urteil lautete am Dienstag letztlich 1950 Euro Geldstrafe und unter Anrechnung der bereits fahrerlaubnislosen Zeit noch weitere drei Monate Sperre zur Wiedererlangung.

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