Unerschlossene Quellen

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Rudolf Tillmann ist tief eingetaucht in die Geschichte des Hofes Schulte-Horst in Eisborn. Nach sechs Jahren hat er eine Ergänzung zu seinem heimatgeschichtlichen Werk vorgestellt. ▪

EISBORN-HORST ▪ Mehrere hundert Seiten im Archivamt Münster, dem Stadtarchiv Arnsberg, den Pfarrarchiven in Balve und Enkausen, dem Landesarchiv Münster sowie 24 weitere Quellen und Literatur sind von Rudolf Tillmann nach neuen Erkenntnissen über den Hof Schulte-Horst durchforscht worden. Er stellte die Ergebnisse in seinem Buch „Schulte-Horst Teil II“ vor.

Sechs Jahre nach dem von ihm ebenfalls herausgegebenen ersten Band zur Geschichte des alten kurkölnischen Hofes, der 1334 von Graf Wilhelm von Arnsberg erworben wurde, fasste er bis dahin unbekannte und unerschlossene Quellen zu einem Ergänzungsband zusammen. „Diese betrafen vor allem die Epochen des Hochmittelalters, des Dreißigjährigen Krieges und der Neuzeit“, erzählte er, was er bei seiner Doktorarbeit über die Wirtschaftsgeschichte eines anderen sauerländischen Hofes überraschend entdeckt hatte. „Mit diesem neuen bebilderten Band werden auch historische Zusammenhänge mit dem ehemaligen Sitz der Familie von Wrede in Meschede aufgehellt.“

Auf 30 Seiten hat Tillmann beschrieben, welche Rolle der Hof beim Verkauf der Grafschaft Arnsberg 1368 an das Kölner Erzstift spielte, wie sich die Jahre zwischen 1630 und 1670 ausgewirkt hatten, und welche landwirtschaftlichen Innovationen in der vergangenen Zeit vorgenommen wurden.

Die bewegte Geschichte und die herausragende Stellung erklärte der Autor mit der damaligen Grenzlage zwischen der Mark Grafschaft und dem Herzogtum Westfalen, zu dem Schulte-Horst gehörte: „Territorialherren wollen ihre Grenzen sichern, und da bot sich der Hof von seiner Lage her an.“

Dieses Buch ist für 15 Euro beim Hof Schulte-Horst, der Heimatstube Eisborn, der Heimwacht Balve und dem Hofmarkt Scheffer in Menden-Bösperde erhältlich.

Nächstes Projekt von Rudolf Tillmann neben der Chronik Eisborns zum Dorfjubiläum 2013 ist die Auswertung des Abgabenregisters des Balver Amtsdrosten Hermann von Hatzfeld. Um 1585 geschrieben, umfasst es 500 Namen von Höfen und Bürgern der kurkölnischen und märkischen Region. ▪ Julius Kolossa

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