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Umweltschützer sind empört: „Das ist eine Katastrophe“

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Von: Julius Kolossa

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Zunächst im Bereich des Schulzentrums sammelten die Vereinsmitglieder um Otmars Hermanns am Montag die Zigarettenkippen ein.
Zunächst im Bereich des Schulzentrums sammelten die Vereinsmitglieder um Otmars Hermanns am Montag die Zigarettenkippen ein. © Kolossa, Julius

Otmar Hermanns hat sich die Zeit genommen, die abgerauchten Zigarettenkippen zu zählen, die er innerhalb kurzer Zeit in einem Karton gesammelt hat: „Es sind etwa 800 Stück.“ Viele weitere lagen am Montag noch im Bereich der Bushaltestelle am Krumpaul-Schulzentrum.

Dass die Kippen im Stadtgebiet jedoch langsam aber stetig weniger werden, dafür wollen einige Mitglieder des Vereins „Hönnetal im Wandel“ sorgen. Denn Hermanns und Co. stören die vielen Kippen, die einfach achtlos weggeworfen werden. Zumindest im Bereich Krumpaul sind diese jetzt kurzzeitig Geschichte. „Etwa 4500 Kippen wurden von uns aufgesammelt“, bilanzierte Hermanns die rund 70-minütige Aktion. Der Initiator der besonderen Sammelaktion erzählte zudem: .„Ich habe mich beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erkundigt, der solche Sammelaktionen mit Plakaten unterstützt.“

Die auf den Plakaten getätigten Aussagen haben es in sich. So wird über vergiftete Vogelnester informiert: die Fasern aus den Zigarettenfiltern würden von Vögeln zum Nestbau verwendet; das restliche Nikotin könne so für toxische Belastungen der Küken sorgen. „Die Hälfte des Nikotingehalts einer Kippe hat sich nach einer halben Stunde in einer Pfütze gelöst“, ist eine weitere Info darüber, dass die Giftstoffe sich auch auf andere Weise schnell freisetzen. Hermanns ergänzte: „Weltweit gelangen jährlich 4,5 Billionen Kippen in die Umwelt: 75 Prozent aller gerauchten Zigaretten landen auf dem Boden.“

Umweltsünden auch am Ufer der Hönne

Vereinsvorsitzende Sabine Biehs-Rohmann sagte: „Das hier hat meine Erwartungen negativ sehr weit übertroffen.“ Dass der an der Bushaltestelle aufgestellte Mülleimer weitgehend leer war, darüber schüttelten alle nur die Köpfe. Hermanns: „Das hier ist eine Umwelt-Katastrophe.“

Noch bis zum 12. Mai wollen die Mitglieder des Vereins Hönnetal im Wandel an mehreren Stellen im Stadtgebiet weggeworfene Zigarettenkippen einsammeln.
Noch bis zum 12. Mai wollen die Mitglieder des Vereins Hönnetal im Wandel an mehreren Stellen im Stadtgebiet weggeworfene Zigarettenkippen einsammeln. © Kolossa, Julius

Nicht nur auf den asphaltierten Flächen wurden die Zigaretten-Sammler schnell fündig, auch am Ufer der Hönne stellten sie fest, dass hier Umweltsünder am Werk waren, die besonders viel Restmüll entsorgten. „Aber auch auf dem Kunstrasenplatz kommen Kippen zusammen“, hat Hermanns aus eigener Erfahrung festgestellt. „Besonders im Fünf-Meter-Raum liegen immer um die 30 Kippen.“ Vor jedem Training fänden Aufräumaktionen statt. „All das kann nicht so bleiben.“

Plakatständer werden im Stadtgebiet aufgestellt

Deshalb werden die Plakatständer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland in der Stadt aufgestellt, und es soll das Gespräch mit Stadt, Geschäftsleuten und jungen Erwachsenen gesucht werden. Drei davon liefen bei einem Spaziergang den Kippensammlern in die Arme. Die 20-jährigen Jan und Tom sowie ihr 18-jähriger Freund Noah zeigten sich beeindruckt über die Menge an Zigarettenstummeln, die die Vereinsmitglieder eingesammelt hatten. „Ja, das ist hier ein Treffpunkt verschiedener Cliquen“, erzählten sie, dass rund um das Schulzentrum besonders an den Wochenenden viel los sei. Das Trio versprach, sich für umweltbewusstes Verhalten einzusetzen. Und dies ist im Sinne von „Hönnetal im Wandel“.

Noch bis zum 12. Mai wollen die etwa 20 Helfer an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet, darunter entlang der Hönnewiesen, aber auch an den Bahnhöfen Garbeck und Balve aufräumen. Die eingesammelten Zigarettenkippen werden in einer Müllentsorgungsanlage verbrannt.

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