Überfall nur vorgetäuscht

BALVE/MENDEN ▪ Auf äußerst fantasievolle Weise hatte ein Dortmunder Paketdienstfahrer versucht, an Geld zu kommen. Dabei waren ihm sein Job und eine zufällig entstandene Blessur am Kopf sehr gelegen gekommen. Doch das schlechte Gewissen des Familienvaters brachte ihn am Ende doch vors Gericht – und hier wurde es richtig teuer für den Mann. Das Amtsgericht Menden verurteilte den 28-Jährigen am Montag nämlich wegen Unterschlagung und Vortäuschens einer Straftat zu einer Geldstrafe in Höhe von 1100 Euro.

Weil sein Arbeitgeber nicht gezahlt hatte, und er dadurch vier Monate mit seiner Miete in den Rückstand geraten war, hatte sich der Angeklagte am 4. Mai vergangenen Jahres am Geld seiner Kundschaft vergriffen. Während seiner Auslieferungstour durch Balve hatte er sich auf der Wocklumer Allee 1881,39 Euro in die eigene Tasche gesteckt. Um das Ganze zu vertuschen, hatte er anschließend bei der Polizei angerufen und den Beamten eine sehr detailreiche Lügengeschichte aufgetischt. Er gab an, überfallen worden zu sein. Eine am Morgen beim Einladen zugezogene Beule am Kopf verlieh seiner Schilderung zunächst weitere Glaubwürdigkeit. Die, so der 28-Jährige gegenüber der Polizei, sei entstanden, als die Räuber ihm von hinten einen Stoß verpasst hatten, wodurch er nach vorn gefallen sei. Zusätzlich hatte der Mann Kleingeld vor dem Wagen verteilt, wahrscheinlich um eine Flucht vorzutäuschen. Den Beamten waren damals bereits einige Dinge nicht so ganz schlüssig vorgekommen. Umfangreiche Ermittlungen hatten sie sich jedoch sparen können. Denn: Schnell war das schlechte Gewissen im Angeklagten erwacht – er deckte den Schwindel freiwillig auf. „Es war eine Kurzschlussreaktion, weil wir zu Hause unsere Miete nicht aufbringen konnten. Ich hab mein Gehirn nicht gebraucht. Ich hab nur das Geld gesehen”, so der 28-Jährige am Montag voller Reue. Inzwischen zahlt der Dortmunder den entstandenen Schaden in monatlichen Raten zurück und schwor: „So was kommt nie wieder vor.” ▪ jape

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