Lisa Schäfer im Interview

Traumjob Hebamme: „Mehr als nur ein Beruf“

Hebamme zu sein, war schon immer der Wunsch von Lisa Schäfer aus Mellen. Bislang hat die 27-Jährige rund 150 Geburten mit begleitet.
+
Hebamme zu sein, war schon immer der Wunsch von Lisa Schäfer aus Mellen. Bislang hat die 27-Jährige rund 150 Geburten mit begleitet.

„Ein Teil davon zu sein, wie eine Familie entsteht, ist einfach wunderbar!“ Für Lisa Schäfer (27) gibt es keinen schöneren Beruf als Hebamme.

Ihren Traumjob wollte die gebürtige Langenholthausenerin nach ihrer Ausbildung in Paderborn gerne im Sauerland ausüben. Dies macht sie nun in Balve als jüngste Hebamme in der Hönnestadt. Inzwischen wohnt sie der Liebe wegen in Mellen. Mit Julius Kolossa sprach Lisa Schäfer über ihre besondere Arbeit.

Frau Schäfer, war Hebamme schon immer Ihr Berufswunsch?
Ja. Schon als kleines Mädchen wollte ich immer dort arbeiten, wo die Babys zur Welt kommen. Die medizinischen Berufe haben mich schon immer fasziniert.
Wie sind sie letztlich dann tatsächlich zu diesem Beruf gekommen?
Ich habe nach der Mittleren Reife an der Realschule Balve das Placida-Viel--Berufskolleg in Menden besucht, dort mein Fachabitur im Sozial- und Gesundheitswesen gemacht. Nach dem Fachabi habe ich noch ein Jahr in Menden im Kreißsaal ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Das hat mich wunderbar auf die Hebammenausbildung vorbereitet. Hier habe ich viele Einblicke bekommen, darunter viel Schönes. Aber auch die Arbeit in der Pathologie war wichtig.
Wie lief die Ausbildung ab?
Die Ausbildung dauerte drei Jahre. Inzwischen wird der Beruf der Hebamme allerdings akademisiert. Deshalb studieren mittlerweile viele Frauen das Hebammenwesen. Meine Ausbildung habe ich an der Hebammenschule in Paderborn absolviert. Für die Ausbildungszeit bin ich auch nach Paderborn gezogen.
Und wie ging es danach für Sie weiter?
Im September 2017 habe ich mein Examen gemacht und bin anschließend direkt in die Selbstständigkeit gegangen. Das heißt, ich war für Beleggeburten im Karolinen-Hospital Hüsten zuständig. Seit Anfang 2020 bin ich allerdings ohne Geburtshilfe im Einsatz. Meine Schwerpunkte sind jetzt Schwangerenbetreuung, Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungskurse und die Wochenbettbetreuung nach der Geburt.
Wie viele Kinder haben Sie mit zur Welt gebracht?
Es waren mehr als 150 Geburten, die ich begleitet habe. Und dies sowohl im Rahmen meiner Ausbildung, als auch als examinierte Hebamme. Genaue Zahlen habe ich allerdings nicht.
Wie viele Mehrlingsgeburten waren dabei?
Mehrere Zwillingsgeburten und sogar eine natürliche Drillingsgeburt während meiner Ausbildung in Paderborn. Die Drillingsgeburt war mein persönliches Highlight!
Wie wurden Sie auf mögliche Schicksalsschläge wie Tot- oder Fehlgeburten während Ihrer Ausbildung vorbereitet, und wie gehen Sie damit in Ihrem Berufsalltag um?
Während der Ausbildung wurden wir werdenden Hebammen durch ein Ethik-Seminar auf das Thema von Tod und Trauer vorbereitet. Und das ist aktuell. Da es leider mittlerweile etwa zwölf bis 22 Prozent aller schwangeren Frauen betrifft, lernt man in seinem Berufsleben sehr schnell damit umzugehen. Jede Hebamme hat dabei ihre eigene Art und Weise, damit fertig zu werden. Mir persönlich hilft es sehr mit Kolleginnen oder meiner Familie darüber zu sprechen. Auch hierbei gilt die Einhaltung der Schweigepflicht. Darüber hinaus werden immer wieder Fortbildungen zum Thema „Tod und Trauer im Hebammenalltag“ für uns Hebammen angeboten, welche man durchaus annehmen sollte.
Hatten Sie sonst schon besondere Geburten, wie sie beispielsweise besonders lange dauerten oder an ungewöhnlichen Orten stattfanden?
Das kann man nicht so einfach beantworten, denn jede Schwangerschaft, jede Geburt und jedes Wochenbett verläuft anders und damit auch besonders. Jeder Arbeitstag ist anders und der Beruf der Hebamme ist so facettenreich. All das finde ich toll.
Wie würden Sie das Schöne an ihrem Beruf zusammenfassen?
Hebamme zu sein ist für mich viel mehr als nur ein Beruf. Ich liebe meine Arbeit und übe sie jeden Tag aufs Neue mit Herzblut und Leidenschaft aus. Ob die Betreuung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt im Wochenbett, all das macht eine Hebamme aus. Dazu gehört auch, ein Teil davon zu sein wie eine neue Familie entsteht. Und all dies ist einfach wunderbar. Als Hebamme hat man sehr viele Möglichkeiten – ob angestellt im Kreißsaal, selbstständig freiberuflich mit oder ohne Geburtshilfe und vieles mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare