Die Töne sind verklungen: Band-Proberaum steht leer

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Die Majors sind offiziell noch Mieter des Proberaums in der Alten Schule in Volkringhausen. Doch musizieren sie dort wohl nicht mehr. Das Schlagzeug ist auch bereits abgebaut.

Volkringhausen -  Sang- und klanglos haben sich die Majors und Hell Comes to Frogtown aus der Alten Schule in Volkringhausen verabschiedet. Seit etwa acht Monaten ist Ruhe im Untergeschoss; dort war aus einem Lager mit Materialien für Sozialhilfeempfänger der Stadt vor mehr als zwei Jahren ein Probenraum geworden.

„Es war zu laut“, gibt Vanja Eifler, einer der Musiker im Nachhinein zu. Wenn sie dienstags geprobt hätten – dann richtig. Post-Hardcore sei ihre Musikrichtung, für die die Verstärker bis zum Anschlag aufgedreht und das Schlagzeug sowie der Sänger alles geben müssen.

Die Anwohner an der Kapellenstraße hätten sich mehrmals bei den Jugendlichen beschwert. Auch von diversen Untervermietungen an andere Musiker war die Rede. Auch als „Liebesnest“ sei der Proberaum genutzt worden. Eifler wollte das weder bestätigen noch dementieren.

Dann fanden die Mitglieder von Hell Comes to Frogtown einen anderen Probenraum in Neheim. Sie räumten ihre Instrumente zum großen Teil weg, und ließen Ruhe einkehren. Eifler betont: „Die 30 Euro monatliche Miete in Volkringhausen sind zwar unschlagbar, in Neheim bezahlen wir deutlich mehr. Aber dort haben wir auch mehr Möglichkeiten, uns zu entfalten.“

Einer der ersten Schritte war die Namensänderung, denn eine Band namens Hell Comes to Frogtown gab es bereits. Jetzt spielen die Jungs aus Garbeck und Balve unter dem Logo I am the dreamer.

Die Majors sind derweil nach wie vor Mieter in Volkringhausen. Eifler, der in beiden Bands aktiv war, vermutet, warum der Mietvertrag, der vor etwa zwei Jahren mit der Stadt abgeschlossen wurde, noch nicht gekündigt wurde: „Der dafür Verantwortliche studiert, und kommt daher nicht dazu.“

Dort, wo einst auf einem Spielteppich das Schlagzeug stand, herrscht nun Leere. Zwei E-Gitarren stehen noch an der Wand, eine Trommel ist auf dem Boden platziert, einige Boxen und Verstärker und ein Mikrofonständer kommen dazu. Überall abgestellte, leere Flaschen und Dosen vervollständigen das Bild. Ein handgeschriebene Setlist (zu deutsch: Liedabfolge für ein Konzert) an der Wand zeugt vom einstigen musikalischen Schaffen, die Couchgarnitur davon, dass hier auch ausgeruht und gefeiert wurde.

Jetzt kann die Stadt, die Eigentümerin des Raums ist, über eine weitere Nutzung nachdenken. Die Nachbarn jedenfalls sind wohl froh, dass erst einmal Ruhe herrscht.

Von Julius Kolossa

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