Tierliebhaber, Rocker, Lehrer

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Thomas Frerich lehrt Physik und Chemie und hat nun an der Realschule die Schulband reaktiviert.

Balve -  Thomas Frerich (46) unterrichtet seit September an der Städtischen Realschule Balve Physik und Chemie. Und in dieser Zeit ist er für die Schüler schon zu einer festen Größe geworden. Allerdings im musischen Bereich. „Er hat die Schulband nach drei Proben wieder auf die Beine gestellt“, sind Alina Knips, Rosalie Wortmann, Josephine Rademacher, Pia Theile, Kerstin Rabe und Rosa Steffin von dem Pädagogen begeistert.

Die Schülerinnen waren das musikalische Aushängeschild der Schule, was beim ersten großen Auftritt bei der Senioren-Adventsfeier der Stadt unter Beweis gestellt wurde. Thomas Frerich, gebürtiger Iserlohner, ist darüber hinaus als Akkordeon- und Keyboardspieler bei den „Rock Classic Old Stars“ aktiv, einer Band mit den Heldern der 60-er bis 80-er Jahre von Uria Heep, Status Quo, Slade, Sweet, T-Rex, Lords, Rubetts, Hot Chocolate und auch den Tremeloes.

Auch Tobias Regner, Deutschland such den Superstar-Sieger, und Martin Keseci, der bei der Sat-1-Sendung „Star Seach“ gewann, sind mit von der Partie, wenn die Old Stars auf der Bühne stehen. Seit 2006 ist der Balver Lehrer mit von der Partie: „Der Keyboarder von Smokie fragte mich, ob ich ihn vertreten könnte.“ Gerne sagte er zu, und so kommt es, dass Frerich diese Band, die vor zehn Jahren im Rahmen eines Wohltätigkeitsprojektes für Tiere in Not gegründet wurde, bei bis zu zwölf Auftritten im Jahr am Keyboard oder am Akkordeon begleitet: „Die weiteste Anreise hatte ich bis Zwickau, wo wir vor 10 000 Leuten spielten.“ Inzwischen können die „Rock Classic Old Stars“ für die verschiedensten Anlässe gebucht werden. Je nach Wunsch und Budget des Veranstalters stehen dann acht bis 25 Musik-Größen auf der Bühne.

Deutscher Meister im Schlittenhunde-Rennen

Seine Liebe zur Musik hat der Hobby-Musiker am Silvesterabend im Alter von 18 Jahren entdeckt. „Wir gründen eine Band“, lautete der Vorsatz, den er mit seinen Freunden für das neue Jahr gefasst hatte. Aber nur er hatte sich mit dem Musikvirus speziell für Rock infiziert – und brachte sich das Keyboardspielen bis zur Perfektion bei. Inzwischen kann er auf Aktivitäten in 15 Bands zurückblicken – die meisten waren Kellerbands und haben sich inzwischen aufgelöst. Eine ganz besondere Erinnerung ist ihm aber geblieben: „Einmal habe ich beim Wacken-Open-Air vor 25 000 Menschen gespielt.“

Momentan hilft er mit, eine Band neu zu gründen, die in Hemer bis September existierte und sich jetzt mit einer neuen Sängerin neu orientiert.

„Er ist ein Vollblutmusiker“, bescheinigen ihm seine Kollegen. Und deshalb könnte er sich vorstellen, die Schulband der Realschule bei Interesse wieder aufzubauen. „Herr Frerich kann wunderbar motivieren“, so Rosa Steffin, eine der Schulband-Sängerinnen. Was er macht, das macht er mit ganzem Herzen, sind doch Musik und Sport seine großen Leidenschaften, wie er im Gesprüch mit unserer Zeitung erzählt. Er wurde 2006 Deutscher Meister im Schlittenhunderennen mit „Leinox“. Als dieser Hund starb, der letzte von fünf, beendete Thomas Frerich auch das Kapitel dieses Sports, das er bis dahin auf Schlitten oder Skiern ausgeübt hatte. Die Silbermedaille im Weltcup holte er sich 2003 in einer Wertung in Winterberg; die längste Tour war im Jahr 2000, als er alleine auf Skiern mit drei Hunden in Schweden auf Tour war.

Thomas Frerich erzählt von seiner Leidenschaft, betont aber: „Nach dem Tod von Leinox musste ich mich entweder für die Musik oder den Sport als Hobby entscheiden.“ Beides ließ sich nicht mehr vereinbaren.

Nun geht er auf in einem weltweit einzigartigen Band-Projek, mit – so heißt es im Internet – „mehr als 50 Musikern, die in wechselnden Besetzungen eine gelungene Mischung ihrer größten Hits und vielen weiteren Rock-Highlights der 60er, 70er und 80er präsentieren“. Doch auch, wenn der Pädagoge dies nicht an die große Glocke hängt – für seine Schüler ist Thomas Frerich der Größte.

Von Julius Kolossa

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