Zu später Stunde

Tiere durch Unruhe sehr vorsichtig: Tourismus im Wald hat Folgen

Jagdpächter Klaus Schimpke (2. v. l.), referierte bei der Jahreshauptversammlung, an der unter anderem der Jäger Markus Grothe (links), Jagdvorsteher Hubertus Bathe (2. v. r.), und Kassierer Meinolf Wortmann (r.) teilnahmen.
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Jagdpächter Klaus Schimpke (2. v. l.), referierte bei der Jahreshauptversammlung, an der unter anderem der Jäger Markus Grothe (links), Jagdvorsteher Hubertus Bathe (2. v. r.), und Kassierer Meinolf Wortmann (r.) teilnahmen.

Uhus, Rehe, Wildschweine, Hasen, Marder und Waschbären fühlen sich wohl im 365 Hektar großen Revier der Jagdgenossenschaft Beckum – aber auch Wanderer, Quad-, Mountainbike- und Motocrossfahrer. Das hat Folgen, wie jetzt bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Beckum betont wurde.

Beckum – Jagdpächter Klaus Schimpke erzählte während der Jahreshauptversammlung, was ihm im vergangenen Jahr über den Weg lief. „Auch ein Jogger war dabei, der sich um zwei Uhr morgens nach einer Schicht den Kopf freilaufen wollte.“ Der Tourismus habe zugenommen seit dem vergangenen Jahr. „Und das bis spät in die Nacht mit Gelagen an den Windrädern.“

Das Beckumer Jagdrevier ist weitläufig vom Sportplatz an der „Hinsel“ bis zum Modellflugplatz im „Beckumer Feld“, führt aber auch entlang der Bundesstraße 229 bis zum Geflügelbetrieb Brinkmann. „Es ist sehr unruhig geworden für das Wild, das sich erst sehr spät aus seiner Deckung traut, und sich dann nur noch am Waldrand aufhält.“

Die Folge sei, dass eine Jagd kaum oder nur noch zu sehr später Stunde möglich sei. 16 Rehe und drei Wildschweine wurden in diesem Jahr geschossen, im vergangenen Jahr waren es 14 Rehe und sechs Wildschweine. „Außerdem waren vier auf der Bundesstraße nach Zusammenprall mit Autos verunfallte Rehe zu verzeichnen.“

Klaus Schimpke und die von ihm beauftragten Jäger Markus Grothe und Konrad Albersmeier sind häufig auf der Pirsch und wissen auch, dass sich in den Maisfeldern jetzt besonders gerne die Wildschweine aufhalten. „Aber die Schäden halten sich im Rahmen.“ Wölfe seien bisher nicht gesichtet worden, teilte er auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

„Dafür machen sich immer mehr die Waschbären breit.“ Diese in Nordamerika lebende Tierart wurde in den 30er Jahren nach Deutschland gebracht, und 1934 in Hessen ausgesetzt, um ihn bei uns anzusiedeln. Seitdem schafft er sich hier seinen Lebensraum.

Die Beckumer Jagdgenossen wissen um ihren Tierbestand, sind aber auch anderweitig interessiert: Sie wollen weiterhin Obstbäume in ihrem Dorf pflanzen. Nachdem sie im April bereits drei Apfelbäume auf der Grünfläche vor dem Kindergarten eingesetzt hatten, sollen weitere Baumsorten an anderen Stellen folgen. Dabei wird Wert auf alte Baumsorten gelegt, die wieder heimisch werden sollen. Ernten darf dann Jeder, sobald die Bäume die ersten Früchte tragen.

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