Wie Thomas Fabry mit seinen Videos das Bild einer ganzen Branche verbessern will

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Landwirt und Social-Media-Profi: Thomas Fabry aus Langenholthausen.

Langenholthausen - Wenn Thomas Fabry nach seinem Beruf gefragt wird, muss er erst einmal nachdenken.

Öffentlichkeitsarbeiter? Schweinezucht-Profi? Student? Filmemacher? „Ach, sagen wir doch einfach, ich bin Kämpfer für die Landwirtschaft“, meint er dann. „Das passt.“ Und dieser Kampf ist ihm wirklich wichtig. Denn: „Das Bild, das sich die Öffentlichkeit von der Landwirtschaft macht, hat oft nur wenig mit der Realität zu tun.“ Das sei entweder geprägt von romantisierenden Vorstellungen oder massiven Vorurteilen. „Und da muss man doch was tun, oder?“ 

Er jedenfalls tut was. In ganz Deutschland war der 26-Jährige dazu schon unterwegs. Hat mit vielen Menschen gesprochen, Filme gedreht, ist im Fernsehen aufgetreten und hat Vorträge gehalten. Als „Fabrykant“ ist er im Internet aktiv und als Autor schreibt er für die Plattformen „Ich-liebe-Landwirtschaft.de“. 

"Direkt aus der Schweinehaltung"

Dabei geht es ihm immer um dieselbe Sache: das Bild des Landwirts zu verbessern. Denn: „Das ist auch wirklich nötig.“ Er kann das beurteilen. Schließlich kommt der gebürtige Sauerländer „direkt aus der Schweinehaltung“. Ursprünglich war geplant, dass er den Hof seines Vaters übernehmen sollte. Deshalb machte Fabry zunächst eine Ausbildung zum Landwirt. Nach dem Fachabitur folgte ein Landwirtschaftsstudium in Osnabrück. „Und dort“, erinnert er sich, „ging es schon los mit der Öffentlichkeitsarbeit“. 

„Massentierhaltung aufgedeckt – So sieht es in deutschen Ställen aus“ nannte sich die Initiative, die er mit mehreren Kommilitonen ins Leben rief. Da gab es dann Fotos, Videos, Stellungnahmen und Diskussionen. Fabry ging es dabei ums Aufklären, um Transparenz und Ehrlichkeit. Um das zu gewährleisten, wurde 2014 der Verein „Tierhaltung modern und transparent“ gegründet. Nicht zuletzt dafür erhielt der Langenholthausener den Förderpreis der Agrarwirtschaft. Von dem Preisgeld finanzierte er parallel zu seinem Studium eine Weiterbildung an einer Social-Media-Akademie – und bekam schnell den ersten Großauftrag: ein Video über eine Landfrauen-Veranstaltung. Etliche andere folgten. 

Experte für Social-Media

Bald wurde er auch gern als Experte für Social Media eingeladen. Da erzählte er etwas von Suchmaschinen-Optimierung, Website-Gestaltung, Facebook-Auftritten, und vor allem wollte er den Landwirten die Angst vor den sozialen Netzwerken nehmen. Außerdem konnte er dabei gleich mit einem Vorurteil aufräumen: „Viele Landwirte glauben doch bis heute, dass Öffentlichkeitsarbeit gar nicht gebraucht werde.“ Ein verhängnisvoller Irrtum, wie er sagt. Denn damit überlasse man ja nur den anderen das Feld. 

Deshalb startete er 2018 sein bisher größtes Video-Projekt:eine Landwirtschaftsreise durch ganz Deutschland zusammen mit der „Erklärbäuerin“ Annika Ahlers. Road Trip Agrar nannten sie die Tour: 4500 Kilometer mit dem Käfer von einer Fußgängerzone zur anderen. Nur um mit Menschen vor der Kamera über Landwirtschaft zu sprechen. Deren Fragen wurden dann einem Landwirt in der Umgebung gestellt. Daraus wiederum entstanden Videos, die, so Fabry, „richtig gut ankamen“ und mehr als eine halbe Million Menschen erreichten. 

Auftrag der Landwirtschaftskammer

Besonders gefreut hat er sich über einen Auftrag der Landwirtschaftskammer. Die wünscht sich von ihm Videos über alternative Verfahren zur Ferkelkastration. Und weil die auch für Laien verständlich sein sollen, habe man ihn beauftragt. „Das mache ich unheimlich gern“, bestätigt Fabry. Nicht zuletzt, weil er sich da ja richtig gut auskenne. So gut, dass er während der Dreharbeiten auch schon mal für zwei Stunden die Kamera beiseitelegen musste, um selber mit anzupacken. 

Die Video-Arbeit soll auch in Zukunft ganz oben stehen. Themen gebe es schließlich genug. Von der Gentechnik bis zum Pflanzenschutz. Vom Bergbauern bis zum Großbetrieb. Wichtig seien ihm immer nur Ehrlichkeit und Transparenz. Denn: „Ich bleibe Überzeugungstäter.“

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