Therapie statt Turniersport: Das zweite Leben von Olli

Langenholthausen – Olli fühlt sich pudelwohl in Langenholthausen. Er genießt das frische Gras auf der Wiese am Hof Müller fern von jedem Leistungsdruck.

Hinter dem 17-jährigen Deutschen Warmblut liegt eine Zeit mit vielen Siegen im internationalen Turniersport bei Drei-Sterne-Springen. 

„Jetzt ist er zu alt“, weiß Kirsten Reppel-Böhmer, Reittherapeutin im Förderverein für Menschen mit und ohne Behinderung, die zusammen mit Nicole Müller auf deren Hof zehn Therapiepferde hält. Neuzugang Olli wird langsam an seine neue Aufgabe als Therapiepferd herangeführt: „Er hat das Grundwesen dafür, denn er ist zuverlässig und den Menschen zugetan.“ 

Aus der Zucht von Paul Schockemöhle

Die Pferdefachfrauen wissen: nicht jedem Pferd geht es nach dem Ausscheiden aus dem Leistungssport so gut wie ihrem Olli. Denn, so Nicole Müller: „Irgendwann werden sie zu alt für diesen Sport und damit entsprechend wertlos.“ Olli mit seinen 17 Jahren wäre jetzt nur noch für A-Springen zu gebrauchen – für seinen Besitzer, der dieses Pferd aus der Zucht von Paul Schockemöhle gekauft hat, völlig uninteressant. Der Weg zum Schlachthof wäre vorgezeichnet gewesen. 

Durch den Umweg über Arnsberg kam der Vierbeiner nach Langenholthausen. Kirsten Reppel-Böhmer: „Ich habe ihn zu meinen Geburtstag geschenkt bekommen.“ In Arnsberg wollte ihn ihre Freundin, die damals noch 3500 Euro für das Tier bezahlt hatte, zum Springlehrpferd ausbilden: „Sie erkannte aber, dass in ihm gute Anlagen sind, und er Menschen mag.“ 

Seit Mitte Januar in Langenholthausen

So kam das Pferd am 15. Januar auf den Hof nach Langenholthausen. „Grundsätzlich hat solch ein Pferd in seinem Leben gelernt, zu funktionieren“, erzählte Kirsten Reppel-Böhmer. Und dies möchte sie demnächst in Therapiestunden nutzen. Allerdings war es ein langer Weg bis dahin: Olli musste lernen, mit anderen Pferden zusammen zu leben, denn bisher kannte er nur Einzelboxen. Mittlerweile sei er in der Gruppe aber schon deutlich entspannter geworden, berichtete seine Besitzerin. 

Bisher ist Olli noch nicht im Therapieeinsatz gewesen. Dies wird voraussichtlich im August so weit sein. „Er macht sich hervorragend“, sind Kirsten Reppel-Böhmer und Nicole Müller stolz.

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