Südamerikanische Tierliebe

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Auf der Wiese hinter seinem Haus hat Gregor Schwermann für seine 17 Alpakas und zehn Nandus eine große Auslauffläche. Außerdem sorgt er noch für Tauben, Hasen, Kois, Rehe und einen Hund . ▪

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Mit Ziervögeln hat alles angefangen – heute weiß Gregor Schwermann auf viele Fragen rund um Nandus und Alpakas eine Antwort. Diese Tiere aus Südamerika haben es ihm angetan, seit er sie vor vier Jahren zum ersten Mal aus der Nähe erlebt hat. „Sie strahlen eine gewisse Ruhe aus“, sagt der 67-jährige Langenholthausener und schaut dabei einigen beim Grasen und Fressen zu.

Auf der Wiese hinter seinem Haus und auf zwei Grundstücken im Dorf hält er zehn Nandus und 17 Alpakas. Außerdem gehören ihm noch 40 Tauben, zwei Hasen, zehn Kois und ein Hund. „Die Laufenten sind ideale Schneckenvertilger“, blickt er den neun Federtieren hinterher, die sich schnatternd vor dem Regen unter ihren Unterstand flüchten.

„Seit ich Alpakas vor vier Jahren zum ersten Mal gesehen habe, war ich von ihnen fasziniert“, erzählte er. „Eigentlich wollte ich Lamas haben, aber die waren mir zu groß.“ Und so schaffte sich der einstige Finanz- und Lohnbuchhalter viele Bücher über das Leben und die Pflege der Alpakas an, so dass er beim Eintritt in den Ruhestand bestens gerüstet war, die ersten Exemplare bei sich aufzunehmen. Ganz weiches Fell haben sie: „Ich habe sie vor Kurzem geschoren“, so Schwermann, der eigens dafür einen Scherlehrgang belegt hatte.

Neugierig inspizieren die Tiere mit den großen Augen die Kameratasche, sanft lassen sie sich wegschieben. An der Seite stupst etwas: „Hallo Theresa“, begrüßte Gregor Schwermann die Rehdame. Auch diese ist zutraulich, während Artgenossin „Leni“ den Abstand wahrt. Mehrere Rehe sind hier schon versorgt, großgezogen und wieder ausgewildert worden; diese beiden sind allerdings zu zahm für Wald und Flur: „Sie suchen die gewohnte Nähe des Menschen, und würden dann für tollwütig gehalten werden.“

Jedes Tier ist anders, hat einen anderen Charakter, so dass die meisten der Rehe wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum entlassen werden können. Der Nachwuchs der Alpakas und Nandus wird verkauft. Eine Zeichnung wie die von Frischlingen haben die Jungen, die bereits alle einen neuen Besitzer haben.

Schwermann hat viele unangemeldete Gäste, die sich gerne die Menagerie ansehen wollen. „Ganz zahm sind die Tiere nur mir gegenüber“, weiß er. Während sie sonst von Fremden nur ein flüchtiges Streicheln zulassen, lassen sie die Nähe von Behinderten ausgiebig zu. Auch in dieser Woche machen wieder Bewohner einer therapeutischen Einrichtung einen Ausflug zu ihm. „Es ist einfach ein schönes Hobby“. ▪ jk

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