Suche nach Konzentrationszone für Windkraft

Zurzeit befinden sich sechs Windenergieanlagen im Stadtgebiet.

BALVE ▪ Zwei Themen haben gestern Abend die Sitzung des Ausschusses Umwelt, Planung, Bau im Balver Rathaus dominiert. Zum einen beschäftigten sich die Mitglieder mit einer Plankonzept für eine Konzentrationszone von Windenergieanlagen, zum anderen diskutierten sie erneut die Ausdehnung des Ergänzungszentrums an der Hönnetalstraße.

Bürgermeister Hubertus Mühling erläuterte den neuen Windenergieerlass der Landesregierung vom 11. Juli. Der sehe vor, dass nun auch Waldbereiche – hierzu zählen auch Flächen, die vom Orkan Kyrill verwüstet wurden – für Windenergieanlagen geeignet sein können. Bislang galten die Waldflächen im Stadtgebiet als Ausschlussflächen, also für die Errichtung von Windenergieanlagen als ungeeignet. Da Balve einen hohen Waldanteil habe, sei es jetzt sinnvoll, auf dem gesamten Stadtgebiet einschließlich der forstwirtschaftlich genutzten Flächen nach Standorten für Windenergieanlagen zu suchen und gegebenenfalls zusätzliche Bereiche als Konzentrationszonen im Flächennutzungsplan darzustellen. Ein schlüssiges Plankonzept sei erforderlich, um ungeeignete Bereiche auszuschließen und eine „Zerspargelung“ der Landschaft durch ungeordnete Windenergieanlagen zu verhindern.

Das sahen auch die Ausschussmitglieder so. Sie gaben dem Rat folgende Empfehlung: Er soll in seiner nächsten Sitzung den Bürgermeister beauftragen, das Stadtgebiet auf der Grundlage des neuen Windenergieerlasses überprüfen zu lassen. Die Kosten eines solchen Gutachtens werden auf 6 500 Euro geschätzt.

Einen neuen Lebensmittelmarkt und ein Bekleidungsgeschäft wird es an der Hönnetalstraße wohl nicht geben. Die Edeka-Gruppe hatte darüber nachgedacht, sich hinter dem Lidl anzusiedeln. Im März hatte der Rat den Bürgermeister beauftragt, mit der Bezirksregierung abzuklären, ob und inwieweit der Bereich Hönnewiesen in eine Sonderbaufläche „großflächiger Einzelhandel“ im Flächennutzungsplan dargestellt werden kann. Das ist inzwischen passiert – mit folgendem Ergebnis: Die Bezirksregierung würde ihre Zustimmung verweigern, da sie durch die Ausdehnung des Ergänzungszentrums Hönnetalstraße eine Schädigung des Versorgungszentrum in der Innenstadt befürchtet. Unter anderem könnte der Markant am Drostenplatz auf Dauer nicht bestehen. Durch die Neuansiedlung eines Marktes im Bereich Hönnewiesen würde keine zusätzliche Kaufkraft in der Stadt gebunden. Vielmehr würde die dann verfügbare Sonderbaufläche als überdimensioniert angesehen, teilte der Bürgermeister mit.

Um die Entwicklung entlang der Hönnetalstraße zu steuern, soll ein Planungsbüro einen Bebauungsplanentwurf erstellen. Der soll unter anderem gestalterische Vorgaben enthalten, um eine Verunstaltung des Ortseingangsbereichs zu verhindern. Ordnende Ziele stehen west- und östlich der Hönnetalstraße im Vordergrund. Im Gebiet hinter der Bebauung an der Hönnetalstraße bis hin zur Hönne soll Bauland geschaffen werden. ▪ acn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare