Streusalz ist in Balve Mangelware

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Für Raiffeisen-Azubi Zaharia Al-Maroufi ist Streusalz-Engpass ein Fremdwort. Im Lager an der Kormke liegt genug von dem Weißen Gold. ▪

BALVE ▪ Streusalz ist – zumindest für private Verbraucher – in diesem Winter absolute Mangelware. Wer irgendwo einen Sack Auftausalz entdeckt, ist gut beraten, ihn sofort zu ergattern, denn in vielen Geschäften sind die Paletten längst leer.

„Es ist nichts zu bekommen! Wir sollten eigentlich schon Ende November zwei Lastzüge Salz bekommen, aber die Lieferung ist immer wieder verschoben worden“, ärgert sich beispielsweise Christoph Schäfer von Mobau-Schäfer in Garbeck über den Lieferengpass. Fast täglich muss er sich mit verärgerten Kunden auseinandersetzen. „Zu unseren Kunden zählen auch viele Garten- und Landschaftsbauer, die im Winter die Parkplätze von Firmen und Geschäften von Schnee und Eis befreien. Die müssen ihre Verträge einhelaten und sind natürlich entsprechend sauer, wenn es kein Salz gibt“, schildert Schäfer seine Erfahrungen.

Das erlebt auch Heinrich Thorwesten praktisch jeden Tag. Der Baustoffhändler aus Balve erwartet für diese Woche noch eine Lieferung von zehn Tonnen. „Die werden aber auch schnell wieder weg sein“, glaubt er. Besonders ärgert sich Thorwesten über die Lieferanten, die nach seiner Auffassung insbesondere Sackware bewusst zurückhalten, um die Preise in die Höhe zu treiben. Der Preis habe sich inzwischen verdreifacht. „Außerdem gibt es viele dubiose Anbieter“, hat Thorwesten erfahren.

Auf neues Streusalz wartet auch Edmund Gödde vom Balver Kiebitzmarkt. „Mittwochmorgen soll eine neue Lieferung kommen“, sagte er gestern, war aber nicht überzeugt, dass sie auch wirklich eintreffen wird. „Die verspricht man uns schon seit einer Woche.“ Der Kiebitzmarkt gibt wegen der Nachschubprobleme derzeit nur kleine Mengen an seine Kunden ab, um möglichst viele zufrieden stellen zu können, wie Gödde sagt.

Solche Probleme sind Heinrich Hagen vom Raiffeisen-Markt fremd. Er habe sich bereits frühzeitig bevorratet und 250 Tonnen Streusalz gesichert, lehnt er sich entspannt zurück. „Nur am Freitag und Samstag waren wir kurzfristig ausverkauft“, so Hagen, der trotz der für ihn unterm Strich guten Versorgung Streusalz nur in überschaubaren Rationen abgibt. „Schon seit sechs Wochen ist am Markt kein Streusalz mehr zu bekommen, und die nächsten größeren Lieferungen gibt es erst im März“, glaubt er, die richtige Strategie gewählt zu haben.

Gut bevorratet haben sich offenbar auch die Stadtwerke Balve. Mit rund 55 Tonnen losem Salz im Silo und 72 Tonnen Sackware, die schon Ende September bestellt worden sind, glaubt Carsten Glänzel für die nächsten Wochen gut gerüstet zu sein. ▪ vg

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